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Bundespräsidenten-Wahl

Der Beste für das Amt

Joachim GauckEinhellige Meinung: Joachim Gauck ist der Beste für das Amt.

Am Sonntag tritt in Berlin um 12 Uhr die Bundesversammlung zusammen, um den neuen Bundespräsidenten zu wählen. Die Liberalen unterstützen dabei Joachim Gauck.

Der frühere DDR-Bürgerrechtler und Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde Joachim Gauck soll neuer Bundes- präsident werden. Darauf hatten sich am Abend des 19. Februars die Spitzen von FDP, SPD, Grünen und Union geeinigt.

FDP-Parteichef Philipp Rösler erklärte, dass Gauck wieder verloren gegangenes Vertrauen in das höchste Staatsamt zurückbringen könne. Er sei eine Persönlichkeit, die die Menschen wieder mehr für die Demokratie begeistern könne: "Ich glaube, er wird ein guter Präsident."

Joachim Gauck traf sich mit der FDP-ParteispitzeAm Montag traf das Präsidium der FDP gemeinsam mit den FDP-Landes- und Fraktionschefs aus den Bundesländern den Bundespräsidentschaftskandidaten Joachim Gauck. FDP-Parteichef Philipp Rösler sieht in ihm einen Hoffnungsträger für die gesamte politische Klasse: "Wir haben jetzt einen hervorragenden Kandidaten, der in der Lage ist, dem Amt und dem Land verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzugeben", sagte Rösler der "Leipziger Volkszeitung".


Am Sonntag tritt in Berlin um 12 Uhr die Bundesversammlung zusammen, um den neuen Bundespräsidenten zu wählen. Auf den Seite der Liberalen, bei Facebook und Twitter finden Sie aktuelle Live-Berichte, Statements und Fotos von der Wahl im Reichstag. Livestreams bieten Phoenix (ab 9 Uhr) und das Parlamentsfernsehen (ab 11.45 Uhr) an.

Wie wird der Bundespräsident gewählt?


Nach dem einstündigen Zusammentreffen mit Gauck betonte der FDP-Chef, die Unterredung sei der beste Beweis dafür gewesen, "dass die Entscheidung richtig war, für Joachim Gauck als Kandidat zu werben und sich dafür am Ende auch zu entscheiden". Im Präsidium unterhielt sich Gauck mit den FDP-Spitzen unter anderem über sein zentrales Thema der Freiheit sowie Europa. Manchmal habe er nur andeuten können, wohin er denke. Die Atmosphäre sei offen gewesen.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring, bezeichnete das Zusammentreffen als "interessant, ausführlich, freundlich und konstruktiv". Man habe sich über das "gemeinsame Verständnis der Freiheit" unterhalten. Und dieses Gespräch habe "uns überzeugt, dass er die richtige Wahl ist."

Gegenüber der "Welt" stellt FDP-Parteichef Philipp Rösler klar: "Für uns war die einzige Frage: Wie stärken wir das Amt?". Für Gesundheitsminister Daniel Bahr hat Bundeskanzlerin Angela Merkel wahre Größe gezeigt. Sie habe es geschafft, "dass alle diese Persönlichkeit, Herrn Gauck, unterstützen", so Bahr.

Philipp RöslerGauck kann mehr als das Vertrauen in das Amt der Bundespräsidenten wieder zurückbringen.Vizekanzler Rösler betonte im Interview mit der "Welt", dass Joachim Gauck nicht nur das Vertrauen in das Amt des Bundespräsidenten, sondern in die demokratischen Institutionen insgesamt zurückbringen könne. Dies sei eine große Aufgabe – "und wenn es gelingt, eine große Leistung", so Rösler. Gauck sei eine Persönlichkeit, "die nicht nur die fünf oder sechs Leute im kleinen Kreis begeistern kann, sondern die Menschen wieder mehr begeistern kann für die Demokratie - durch seine Persönlichkeit eben, durch seine Autorität. Ich freue mich sehr, dass wir uns gemeinsam auf die Unterstützung dieser Kandidatur verständigen konnten“, sagte der FDP-Parteichef bei der Vorstellung des Kandidaten. "Ich glaube, er wird ein guter Präsident."

"Eine eigenständige Partei wie die FDP hat auch eine eigene Position", konstatierte Rösler.  Es sei nicht ungewöhnlich, dass Koalitionen in der Bundesversammlung unterschiedlich abstimmten. "Eine funktionierende Koalition meistert Situationen, wo auch Eigenständigkeit gefragt ist, immer souverän", so der FDP-Parteichef. FDP und Union trügen die Verantwortung für Energiewende und Währungsstabilität mit großer Gemeinsamkeit.

Döring: Joachim Gauck ist der Richtige

Patrick DöringVon den Kandidaten stand Gauck den Liberalen am nächsten.Im ''hr-inforadio'' erklärte der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring, dass bei der Frage, welcher Kandidat den Freidemokraten am nächsten stehe, die FDP zu dem Ergebnis gekommen sei, "dass das Joachim Gauck ist". Es sei ein fairer Diskussionsprozess gewesen, in dem die Liberalen überzeugend darlegen konnten, dass "Joachim Gauck ein guter Bundespräsident sein wird", so Döring.

Im Interview mit der "Passauer Neuen Presse" zeigte sich Döring verwundert, dass die FDP jetzt dafür kritisiert werde, "dass wir den Kandidaten unterstützen, der die größte Zustimmung der Bürger erfährt". Die Frage des Abstimmungsverhaltens in der Bundesversammlung habe keinerlei Auswirkungen auf die Koalition. Döring erklärte, dass die FDP für die vernünftigste Lösung werbe. Es sei schön, wenn man den Partner davon überzeugen könne. "Wenn wir von etwas überzeugt sind, werden wir alles tun, um es durchzusetzen", so Döring.

Niebel: Gauck ist einfach der beste Mann

Dirk NiebelJoachim Gauck muss sich das Vertrauen der Bevölkerung nicht erst verdienen. Er hat es bereits.Gegenüber dem "Mannheimer Morgen" stellte Entwicklungshilfeminister und FDP-Präsidiumsmitglied Dirk Niebel klar, dass der Wunsch der Kanzlerin von Beginn an ein Kandidat gewesen sei, "der für alle wählbar ist". Sie habe sich mit der Union für Gauck ausgesprochen. Nicht stur an einer Meinung festzuhalten, sei eine positive Eigenschaft, so Niebel. Er betonte, dass die FDP eine klare Position eingenommen habe, "weil sie der Ansicht war, dass das höchste Staatsamt nicht mit jemandem besetzt sein sollte, der erst wieder Vertrauen gewinnen muss". "Joachim Gauck hat dieses Vertrauen bereits in der Bevölkerung", erklärte Niebel.

Der Entwicklungsminister bescheinigte Gauck im „Deutschlandfunk“ ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Die Einigung auf Gauck, sei "staatstragende und, wie ich finde, kluge Entscheidung" gewesen. Das Amt der Bundespräsidenten sei zu wichtig, um lange Zeit mit vertrauensbildenden Maßnahmen zu verbringen.

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Bahr: Der Beste für das Amt

Daniel BahrGemeinsamer Kandidat ist ein einmaliges Zeichen der Geschlossenheit aller Parteien.Gesundheitsminister Daniel Bahr unterstrich: "Es kommt darauf an, dass das Amt des Bundespräsidenten wieder Respekt und Anerkennung genießt. Das kann von Allen Joachim Gauck am besten."

Im Interview mit dem "NDR" erklärt er, es sei der Wunsch der Kanzlerin gewesen, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Die Geschlossenheit aller Parteien sei ein "einmaliges Signal auch an die Bürger, dass sich die Parteien in dieser schwierigen Situation zusammengesetzt haben und einen gemeinsamen Vorschlag machen, um dem Amt wieder Anerkennung und Respekt zu verschaffen". Merkel habe es geschafft, dass "alle Parteien zusammen diese Persönlichkeit, Herrn Gauck, unterstützen". Sie habe damit "wahre Größe gezeigt", so Bahr.

Kubicki: Schwarz-Gelb beweist Handlungsfähigkeit

Wolfgang KubickiBundespräsident soll auf breiter Basis stehen.Der schleswig-holsteinische FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki betonte im "ZDF-Morgenmagazin", dass sich die Bundesregierung mit ihrer schnellen Einigung auf einen Kandidaten ihre Handlungsfähigkeit als Koalition unterstrichen habe.

Gegenüber dem "WDR 5" erklärt Kubicki, dass es in einer Koalition "nicht nur angemessen, sondern geradezu notwendig" sei, dass "beide Partner ihre Vorstellungen entwickeln und in die Diskussion einbringen". Sowohl Kanzlerin als auch FDP, hätten den Wunsch gehabt, dass der "nächste Bundespräsident in der Bundesversammlung eine große Mehrheit erhalten soll", stellte Kubicki klar.

Jetzt nicht an Dolchstoßlegenden stricken

Der FDP-Abgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen warnte die Union im "Hamburger Abendblatt" vor einer Dolchstoßlegende: "Die Union sollte jetzt nicht so tun, als ob sie erpressbar ist - oder gar als ob Angela Merkel erpressbar sei. Es wäre falsch, jetzt beleidigt an einer Dolchstoßlegende zu stricken". Das - und nicht das FDP-Agieren - würde den Koalitionsfrieden gefährden.

Gauck kann auf breite Unterstützung bauen

Gaucks am 18. März geplante Wahl zum Staatsoberhaupt finden nach einer Blitzumfrage des ZDF-"Politbarometers" 69 Prozent der Befragten gut. 16 Prozent finden das nicht gut, und 15 Prozent haben dazu keine Meinung. 65 Prozent glauben nicht, dass Merkel durch die ihr von der FDP zugefügte Niederlage geschwächt ist - sie hatte zunächst gegen Gauck votiert. Gauck findet der repräsentativen Umfrage zufolge bei den Anhängern aller Parteien mit Ausnahme der Linken mehrheitliche Unterstützung.

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Respekt für "Gauck-Coup" der FDP

Gauck-Gegner formieren sich im Netz - und was es damit auf sich hat