Vom 22. bis zum 25. Februar findet in Berlin der 30. Deutsche Krebsvorsorgekongress mit 8000 geladenen Experten statt.Gesundheitsminister Daniel Bahr hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Neuerkrankungen an Darm- und Gebärmutterhalskrebs durch bessere Prävention zu bekämpfen. Etwa 27.000 Deutsche sterben jährlich an Darmkrebs. Durch Früherkennung könnte die tödliche Krankheit geheilt, in vielen Fällen sogar vermieden werden. Mit einem Einladungsverfahren - wie beim Brustkrebs schon üblich - will Bahr, „dass jeder rechtzeitig zu der für ihn sinnvollen kostenlosen Früherkennung“ eingeladen wird.
Vom 22. bis zum 25. Februar findet in Berlin der 30. Deutsche Krebsvorsorgekongress mit 8000 geladenen Experten statt. Im Vorfeld der Tagung äußerte sich der Gesundheitsminister in der „Bild“ zur geplanten Umsetzung des Nationalen Krebsplans.
Vorsorge muss auch für Gesunde Thema sein
Das Einladungsverfahren ist dabei ein zentrales Anliegen, um rechtzeitig auch die Menschen zu erreichen, die sich gesund fühlen und nicht regelmäßig zum Arzt gehen. „Früherkennung ist in sinnvollen Bereichen und Intervallen tatsächlich wichtig, aber wir wollen die Menschen auch nicht mit ständigen Untersuchungen abschrecken. Nach dem Screening (Radiologische Untersuchung) bei Brustkrebs wollen wir nun ähnliches bei Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs erreichen. Die bestehenden Angebote müssen noch wirksamer und sicherer werden“, erklärte Bahr im Interview.
Krebs-Register zur Qualitätsverbesserung
Gesundheitsminister Daniel BahrUm zu gewährleisten, dass die Qualität von Krebstherapien deutschlandweit auf dem gleichen hohen Niveau ist, schlug Bahr vor, ein klinisches Krebs-Register anzulegen. Dadurch werde Transparenz bei der Versorgung hergestellt und Vergleichbarkeit geschaffen. Dies bedeute nicht, dass Kliniken mit schlechteren Ergebnissen Strafen winken, stellte der Gesundheitsminister klar. Ihm geht es darum, Schwachpunkte zu erkennen und Anreize zur Verbesserung zu geben. Wie der flächendeckende Aufbau dieses Registers ausgestaltet werden wird, diskutieren die Gesundheitsminister bei einem Gipfel im Sommer. „Ich will noch dieses Jahr eine gesetzliche Grundlage für eine einheitliche Umsetzung schaffen“, sagte der Liberale in der „Bild“.
Hintergrund zum Nationalen Krebsplan:
Um die Aktivitäten aller an der Krebsbekämpfung Beteiligten wirksamer aufeinander abzustimmen und ein zielorientiertes Vorgehen zu forcieren wurde 2008 der Nationale Krebsplan initiiert. Das Bundesministerium für Gesundheit erarbeitete diesen gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren. Dabei ist es gelungen, Länder, Krankenkassen, Rentenversicherung, Leistungserbringer, Wissenschaft und Patientenverbände als engagierte Partner für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.
Mit über 218.000 Todesfällen pro Jahr ist Krebs in Deutschland die zweithäufigste Todesursache, im Jahr 2010 verstarb jeder Vierte daran. Nach aktuellen Zahlen aus dem Robert Koch-Institut erkrankten im Jahr 2008 rund 470.000 neu an Krebs, d.h. 43.000 mehr als im Jahr 2006. "Hinter diesen nüchternen Zahlen stecken Menschen und Schicksale. Über 100 vorliegende Empfehlungen des Nationalen Krebsplans zeigen auf, wie wir die Krebsfrüherkennung und die Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland bestmöglich und patientenorientiert weiter entwickeln können", erklärte Daniel Bahr.