Flüchtlingslager
Ausmaß von Flucht und Vertreibung hat den höchsten jemals registrierten Stand erreicht
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Fluchtursachen wirksam bekämpfen

20.06.2017

Noch nie waren so viele Menschen entwurzelt wie im Moment: 65,5 Millionen Menschen flohen im vergangenen Jahr vor Krieg, Gewalt und Verfolgung, 300 000 mehr als im Jahr davor. Regierungen und Hilfsorganisationen erinnern am Weltflüchtlingstag an deren Schicksal. FDP-Generalsekretärin Nicola Beer verknüpft ihn mit der Forderung nach einer konzertierten internationalen Anstrengung, um die Fluchtursachen wirksam zu bekämpfen. Si eist überzeugt: "Nur wenn sich handfeste Perspektiven in den Heimatländern eröffnen, werden wir erreichen, dass sich Menschen erst gar nicht auf eine lebensgefährliche Flucht begeben und skrupellosen Schleusern ausgesetzt sind."

Die Europäische Union könne und müsse selbst damit anfangen, so Beer. Sie fordert: "Statt mit der Gießkanne Milliarden an Hilfsgeldern in den Herkunftsländern zu verteilen, braucht es eine klare gemeinsame europäische Strategie der Hilfe vor Ort." Auf der Grundlage könne sicher gestellt werden, dass die eingesetzten Gelder vor Ort "wirksam bei denjenigen ankommen, die sie benötigen, statt noch allzu oft in Kanälen von korrupten Politikern und Beamten zu versickern."

Zwar baten die meisten Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr unter dem Mandat des UNHCR standen, in Staaten außerhalb der EU um Obdach, doch mit Blick auf diejenigen, die es nach Europa zieht, wirbt Beer für das Einwanderungskonzept der FDP: Wer vor Krieg flüchtet, soll unbürokratisch humanitären Schutz erhalten, nach Wegfall der Fluchtgründe aber wieder in die alte Heimat zurückkehren. Verfolgte sollen Asyl bzw. Schutz gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention beantragen können. Unabhängig davon soll jedem der dauerhafte Zugang zum Arbeitsmarkt nach den Kriterien eines modernen Einwanderungsgesetzes offen stehen.