Corona-Pandemie:
Bildungsgerechtigkeit sichern

Leeres Klassenzimmer
  • Bildung ist systemrelevant: Die Offenhaltung von Schulen und KiTas muss zum politischen Tagesordnungspunkt Nr. 1 werden.
  • Damit Präsenzunterricht auch im Herbst und im Winter möglich ist, sollte die Bundesregierung den Einsatz von technischen Lösungen, wie beispielsweise von mobilen Luftfiltern fördern - und digitale Klassenzimmer schaffen, sollte Unterricht vor Ort nicht möglich sein.
  • Wir fordern eine langfristige Strategie zur Bekämpfung der Pandemie, in der alle Schüler ihre Bildungschancen wahrnehmen können.

Wir werden nicht akzeptieren, dass die Schulen noch mal komplett geschlossen werden. Wir müssen das Recht auf Bildung durchsetzen.

- Volker Wissing

In Folge stark steigender Covid-19-Infektionszahlen begann Mitte März in allen 16 Ländern der Shutdown, der zur Schließung sämtlicher Schulen und Kitas in Deutschland führte. Kinder und Jugendliche wurden ins selbstorganisierte häusliche Lernen geschickt, pädagogische Fachkräfte aus ihrer Verantwortung für frühe Bildungsprozesse entlassen, Lehrkräfte aufgefordert, die Schüler mit Aufträgen fürs häusliche Arbeiten zu versorgen, und Eltern gebeten, die Rolle der Lehrer beim Beaufsichtigen und Unterstützen ihrer Kinder zu übernehmen. Fast ein Drittel des Schuljahres sind für Kinder und Jugendliche durch den Corona-Lockdown verloren gegangen.

Die abrupten Schulschließungen in der Corona-Krise sollten eine historische Ausnahmesituation bleiben. Das Lernen von zu Hause ist für die Schulen, aber auch Eltern und Schüler ein unglaublicher Kraftakt. Doch ginge es nach der Bundesregierung, gäbe es bereits schärfere Corona-Auflagen für Schulen, wie etwa die Halbierung der Klassen. Doch in den Schulen dürfte kaum genügend Personal und Räume zur Verfügung stehen, um geteilte Klassen parallel vor Ort zu unterrichten. Das käme quasi einer Schulschließung gleich und wäre eine erneute Belastung für Eltern, Schüler und Lehrer, die seit Monaten dafür kämpfen, den Regelbetrieb möglichst zu erhalten. Es ginge auch voll zulasten der Schüler und ihrer Bildungschancen. Darunter würden gerade die Schwächsten der Gesellschaft leiden. Statt halber Klassen fordern wir eine langfristige Strategie zur Bekämpfung der Pandemie, in der alle Schüler ihre Bildungschancen wahrnehmen können.

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Bildung, auch in der Corona-Krise. Es darf nicht zu einer verlorenen Bildungsgeneration kommen! Wir setzen uns für Maßnahmen ein, die nachweislich effektiv sind und dafür sorgen, dass die Schulen offen bleiben können:

  • Wir wollen mit dem Einsatz von mobilen Luftfiltern in Klassenräumen Schulen bundesweit unterstützen.
  • Alle Schulen müssen jetzt unbürokratisch die Mittel aus dem Digitalpakt erhalten, indem Antragsverfahren erheblich vereinfacht werden.
  • Das Bildungssystem müssen wir grundlegend reformieren. Es braucht mehr wissenschaftsbasierte Entscheidungen in der Bildung. Gerade in Krisen-Zeiten.

Unsere Vorschläge und Initiativen:

Konzept für erneute Schulschließungen, um Unterrichtsausfall zu vermeiden

Falls Schulen aufgrund hoher Infektionszahlen erneut schließen müssen, muss ein funktionierendes Konzept zur Verfügung stehen, das vor allem die Möglichkeiten des digitalen Lernens in den Vordergrund stellt. Zu einem erneuten Unterrichtsausfall darf es nicht kommen. Für benachteiligte Kinder müssen zusätzliche Lernkonzepte erarbeitet werden. Sie sollten bevorzugt in den Unterricht vor Ort geschickt werden. Sollte dies nicht möglich sein, muss sichergestellt werden, dass sie digitale Geräte zur Teilnahme am virtuellen Unterricht von zu Hause aus nutzen können. Diese digitalen Endgeräte müssen ihnen zur Verfügung gestellt werden. Zukünftig sollten sie so selbstverständlich in allen Schultaschen zu finden sein wie Hefte, Bücher oder Bleistifte. Schulen sind in der Verantwortung, auch während der Schulschließungen den Kontakt zu allen Schülerinnen und Schülern aufrechtzuerhalten.

Wir meinen: Es braucht einen grundlegenden Systemwechsel. Um schneller und effizienter agieren zu können, sollte das paradoxe Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern abgeschafft werden. Bund und Länder könnten dann in zentralen Bildungsfragen dauerhaft und nachhaltig zusammenarbeiten. Beispielsweise um bundesweit Digitalkompetenzen und digitale Lern- und Lehrmethoden als feste Bestandteile der Lehrerausbildung zu verankern. Denn: Trotz großem Engagements fühlen sich viele Lehrerinnen und Lehrer noch nicht gut genug auf die Digitalisierung vorbereitet. Die Corona-Krise macht dies umso deutlicher. Wir wollen das ändern: Mit einer modernen Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte bundesweit. Während das Smartphone bei Kindern und Jugendlichen zum Alltag gehört, herrscht in den Klassenzimmern oft noch Kreidezeit. Wir wollen unsere Schulen deshalb mit digitalen Klassenzimmern und individuellen Lernkonzepten in die Zukunft bringen. Dazu brauchen wir schnelles Internet in jedem Klassenzimmer.

Corona hat gezeigt, dass diejenigen Schulen und Lehrkräfte, die sich in Sachen Digitalisierung bereits aktiv auf den Weg gemacht hatten, besser durch die Krise kamen. Engagierte Lehrkräfte verdienen mehr Wertschätzung, Unterstützung und Entwicklungsperspektive. Denn: Gute Lehrkräfte machen ihre Schülerinnen und Schüler zu Zukunftsgestaltern.

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Investieren Sie in die Zukunft.

  • Corona-Krise: Mit sieben Stufen aus dem Lockdown

    • Deutschland ist seit Ende Oktober 2020 im zweiten Lockdown. Bisher gibt es keine klare Perspektive für eine Öffnung des gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens.
    • Wir können nicht einfach wieder alles öffnen, das ist klar. Gesundheitsschutz hat Priorität. Aber: Wir brauchen eine langfristige Strategie, die den Bürgerinnen und Bürgern und den Unternehmen Orientierung bietet und die notwendigen Maßnahmen begründet.
    • Unsere Antwort: Ein regional differenzierter Ansatz mit klaren „Wenn-Dann-Regeln“. Fällt der Inzidenzwert in einer Region unter bestimmte vordefinierte Schwellenwerte, folgen stufenweise Lockerungen für das öffentliche Leben.
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    • Impfen ist die wichtigste Maßnahme gegen das Coronavirus. Der Impfprozess läuft in Deutschland jedoch deutlich langsamer als in vergleichbaren Ländern.
    • Zuerst wurde zu wenig Impfstoff beschafft, nun gelingt es nicht, die vorhandenen Impfdosen rasch genug einzusetzen. Trotz Impfgipfel schafft es die Bundesregierung nicht, flexibel und pragmatisch auf die Problemlagen zu reagieren.
    • Um die Impfkampagne zu beschleunigen, setzen die Freien Demokraten auf die schnelle und unbürokratische Einbindung der Haus-, Fach- und Betriebsärzte, ein Nationales Impfportal und eine Tempoprämie für die Hersteller.

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