08.03.2016

BEER-Interview: Wir verstehen uns als positive Protestpartei

Berlin. Die FDP-Generalsekretärin NICOLA BEER gab der „Frankfurter Neuen Presse“ (Dienstag-Ausgabe) das folgende Interview. Die Fragen stellte DIETER HINTERMEIER:

Frage: Frau Beer, freuen Sie sich über die guten Ergebnisse der FDP?

BEER: Selbstverständlich. Wir haben jetzt ordentlichen Rückenwind für die anstehenden drei Landtagswahlen bekommen, bei denen wir den Hattrick anstreben. Das heißt im Klartext: Wir wollen in alle drei Landtage einziehen.

Frage: Auf was führen Sie den Erfolg Ihrer Partei bei den Kommunalwahlen zurück?

BEER: Unsere Kandidaten sind vor Ort bekannt, engagieren sich und leisten gute Arbeit. Das wissen die Bürger und haben das anerkannt. Natürlich haben wir auch Stimmen von Protestwählern bekommen. Das empfinden wir aber nicht als tragisch, da die FDP sich als positive Protestpartei versteht. So „protestieren“ wir zum Beispiel für mehr Bildung oder für den Ausbau des schnellen Internets.

Frage: In der Stadt Frankfurt könnte die FDP das Zünglein an der Waage werden und CDU und SPD in die Sessel der Macht verhelfen. Wäre das für Sie eine Option?

BEER: Wir scheuen uns natürlich nicht, Verantwortung zu übernehmen. Was wir aber nicht wollen, ist die eines Steigbügelhalters für die CDU und SPD. Für uns zählen Inhalte. Und zwar Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie gute Bedingungen für Unternehmen und Arbeitsplätze.

Frage: Stört Sie die geringe Wahlbeteiligung?

BEER: Die ist besorgniserregend, aber leider rächt sich da, dass alle unsere politischen Mitbewerber die Bürger mit ihrer „Kleine-Mann-Politik“ entmündigt haben, die nach dem Motto funktioniert „Das machen wir schon für dich“. Da ist die geringe Wahlbeteiligung jetzt beredtes Ergebnis von Bürgern, die in die innere Emigration gegangen sind, weil man sie nicht mehr ernst nimmt. Wir wollen die Menschen dagegen stark machen und ernst nehmen. Dann steigt auch wieder die Teilnahme an der Gestaltung unseres Landes.