Die FDP wächst und gewinnt an Fahrt

Die Freien Demokraten sind im Aufwind. In den Umfragen, bei den Mitgliederzahlen und in der öffentlichen Debatte zeigt sich: Mit der FDP muss man rechnen. Wir blicken auf die wichtigsten Pressestimmen der vergangenen Tage.

Wolfgang Kubicki
„Die FDP mit ihrer neu formierten Führung verzeichnet wachsende Mitgliederzahlen."

Besonders deutlich wird die neue Dynamik bei den Mitgliederzahlen: Immer mehr Menschen wollen nicht nur zuschauen, sondern mitmachen. ZDF Heute berichtet: „Die FDP mit ihrer neu formierten Führung verzeichnet wachsende Mitgliederzahlen. Wie die Partei den Zeitungen der Funke Mediengruppe mitteilte, traten seit dem Parteitag Ende Mai 780 Menschen in die Partei ein.“

Dass die FDP wieder mehr Zulauf bekommt, überrascht kaum. Auch die Umfragen zeigen zuletzt in dieselbe Richtung. Der Spiegel schreibt: „Erstmals seit Februar 2025 kam die FDP im Trendbarometer von RTL und n-tv wieder über die Fünfprozenthürde. Auch das Umfrageinstitut GMS sieht die FDP wieder bei fünf Prozent.“ Kubicki nahm diesen Moment mit gewohntem Augenzwinkern auf. Nachdem Kanzler Friedrich Merz die FDP bereits öffentlich für tot erklärt hatte, wandte sich Kubicki persönlich an ihn. Der Süddeutschen Zeitung erzählte er, er habe dem Bundeskanzler nach der Umfrage eine SMS geschrieben: „Moin Friedrich, Mission impossible is completed, aber der Kampf geht weiter.“

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Vom Totgesagten zum Hoffnungsträger

In vielen Medien ist inzwischen vom Kubicki-Effekt die Rede. Der neue FDP-Chef genießt hohes Vertrauen und konnte seine Beliebtheit seit seiner Wahl weiter steigern. Die Welt berichtet: „Im aktuellen Politiker-Ranking des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild“-Zeitung legt der FDP-Chef zwei Plätze zu und landet mit insgesamt 3,8 Punkten auf Rang 6.“

Bei Maischberger erzählt Kubicki, die Totsagung durch den Kanzler habe den Freien Demokraten eine „Adrenalinspritze“ verpasst. Die FDP werde gebraucht, angesichts des Misswirtschaft der Bundesregierung. Über Kanzler Merz sagt Kubicki bei Maischberger: „Das Erwartungsmanagement ist unterirdisch.“ Der Kanzler habe in den 15 Jahren außerhalb der Politik offenbar verlernt, „wie das politische System funktioniert“. Die weiteren Gäste sehen darin eine Chance für die FDP. Iris Sayram aus dem ARD-Hauptstadtstudio sieht „jetzt die Zeit für eine liberale Partei“, während Susanne Gaschke in der FDP eine Kraft erkennt, „die uns daran erinnern könnte: Der Staat muss uns nicht glücklich machen, aber er darf uns auch nicht unglücklich machen“.

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Wolfgang Kubicki hat genug vom Reform-Theater

Entsprechend gering waren Kubickis Erwartungen an den Reformgipfel im Kanzleramt letzten Mittwoch. Die Positionen der Tarifpartner und auch die Positionen innerhalb der Regierung zwischen CDU und SPD lägen so weit auseinander, „dass ich mir schwer vorstellen kann, dass man im Laufe eines Gespräches zu irgendetwas kommen kann, was wie Konsens aussieht“, wird Kubicki in der Berliner Morgenpost zitiert. Früher sei der Begriff „Reform“ verbunden gewesen „mit Aufbruch, mit Stimmung, mit Verbesserung, mit Optimismus“. Heute mache der Begriff eher Angst, „weil er verbunden wird mit Leistungsabbau, mit mehr Geldwegnehmen durch den Staat, also nicht mehr mit einer Aufbruchstimmung, sondern eher mit einer Abbruchstimmung“.

Die Ergebnisse des Treffens bestätigten einen Tag später seine Skepsis. Bei Welt zeigte sich Kubicki enttäuscht: „Außer Sprechblasen und schönen Fotos kommt wenig Vernünftiges zustande“. Der FDP-Vorsitzende fordert stattdessen grundlegende Reformen bei Steuern, Energie und Staatsausgaben.

Linda Teuteberg fordert echte Reformkraft statt kleines Karo

Auch FDP-Präsidiumsmitglied Linda Teuteberg macht deutlich, dass wirtschaftliche Reformen für die Bundesregierung jetzt absolute Priorität haben müssen. Gegenüber der Zeit sagt sie: „Hier darf es nicht um kleines Karo gehen und als Staatsbürgerin wünsche ich der Koalition die Kraft zu überfälligen Reformen.“

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Martin Hagen macht Politik für alle, die etwas erreichen wollen

Die Politik der FDP ist kein Nischenangebot, erklärt Generalsekretär Martin Hagen im Gespräch mit web.de. „Die FDP macht Politik für alle, die etwas erreichen wollen.“ Es wäre falsch, sich auf einzelne Berufsgruppen zu beschränken. „Unsere Zielgruppe sind alle Menschen, die ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich führen wollen. Die findet man im Mittelstand und im Handwerk genauso wie in Start-ups oder aufstiegsorientierten Migranten-Communities.“

Im Gespräch mit t-online gab Hagen außerdem Einblicke in die Arbeit am neuen Grundsatzprogramm: „Neben Marktwirtschaft und Bürgerrechten, welche übrigens weit über das Thema Meinungsfreiheit hinausgehen, müssen wir uns meines Erachtens auch Gedanken über eine Stärkung und Erneuerung der Demokratie machen.“ Viele Menschen hätten den Eindruck, ihre Stimme könne an der Wahlurne nichts verändern. Diese Zweifel müsse man ernst nehmen und ihnen etwas entgegensetzen – etwa mit mehr direktdemokratischen Elementen wie Volksentscheiden auf Bundesebene.

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Nadin Zaya kämpft für Aufstieg

Vertrauen geht aber nicht nur verloren, wenn Menschen an der Wirkung ihrer Stimme zweifeln. Es geht auch verloren, wenn Leistung sich nicht mehr auszahlt. Genau darauf blickt Nadin Zaya, ebenfalls neu im FDP-Präsidium. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung spricht sie aus, was viele Menschen empfinden: „Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie trotz harter Arbeit nicht mehr das erreichen können, was für frühere Generationen selbstverständlich war.“ Besonders deutlich werde das beim Traum vom eigenen Zuhause. „Ich habe Jura studiert und werde perspektivisch eher nicht zu den Menschen gehören, die wenig verdienen. Trotzdem erscheint mir ein Eigenheim momentan sehr weit weg. Das ist doch verrückt.“

Zaya kämpft für einen Staat, der Leistung ermöglicht, statt Menschen auszubremsen. Sie fordert eine Einkommensteuerreform, niedrigere Sozialabgaben und die Abschaffung der Grunderwerbsteuer für die erste selbst genutzte Immobilie. Wer arbeitet, soll mehr von seinem Einkommen behalten dürfen. Bei The Pioneer wird Zayas persönliche Lebensgeschichte mit ihrem liberalen Anspruch verbunden – „von den ersten Jahren im Asylbewerberheim bis ins Führungsgremium ihrer Partei. Es geht um Bildung, Chancengerechtigkeit und die Frage, ob das liberale Aufstiegsversprechen in Deutschland noch funktioniert.“

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Die FDP startet in Sachsen-Anhalt in den Wahlkampf

In Sachsen-Anhalt führt der Kampagnenstart der FDP zu Aufmerksamkeit. Die Freien Demokraten ziehen dort mit dem Slogan „Weil sich was ändern muss“ in den Landtagswahlkampf. Die Volksstimme berichtet von 40.000 Plakaten, klaren Worten von Kubicki und dem Anspruch von Spitzenkandidatin Lydia Hüskens, die Sorgen der Menschen beim Wahlkampfauftakt klar aufzugreifen.

FDP Schleswig-Holstein wählt die Landesliste

Auch im Norden stellt sich die FDP für den Wahlkampf auf. In Schleswig-Holstein wählten die Freien Demokraten am Wochenende ihre Landesliste und machten klar: Sie wollen nicht nur zurück in den Landtag, sie wollen regieren. Der Stern schreibt, die FDP peile mit Christopher Vogt an der Spitze ein „bundesweites Comeback“ an. Laut Kieler Nachrichten rückte vor allem die Klimapolitik in den Mittelpunkt: Schleswig-Holstein solle zum „mittelstandsfreundlichsten Land“ werden, die Stromkosten sollten sinken und das Klimaziel von 2040 auf 2050 verschoben werden. Wolfgang Kubicki appellierte vor Ort ebenfalls an Vernunft und Augenmaß: „Schleswig-Holstein ist das schönste Bundesland der Welt, aber nicht der klimapolitische Nabel der Welt.“

Kubicki: Klare Absage an die AfD

Die Zeit hebt Kubickis Abgrenzung zur AfD in seiner Rede hevor. Unter der Überschrift „Wolfgang Kubicki schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus“ schreibt die Zeitung: „‘Niemand bei klarem Verstand‘ denke über eine Kooperation mit der AfD nach, sagte der FDP-Chef. Die Liberalen sollten sich vielmehr als ‚eigenständige politische Kraft‘ definieren.“

Das Medienecho zeigt: Aus einer totgesagten Partei wird eine, mit der andere rechnen müssen.