FDP Schleswig-Holstein setzt auf Aufbruch

Am Wochenende haben sich die Freien Demokraten Schleswig-Holstein für die Landtagswahl 2027 in Stellung gebracht und ihre Landesliste gewählt. Mit Christopher Vogt an der Spitze wollen sie zurück in Regierungsverantwortung. Seine Botschaft: „Es braucht eine neue Aufbruchstimmung.“

Dr. Heiner Garg mit Christopher Vogt und FDP-Trikot.
Dr. Heiner Garg mit Christopher Vogt. © Dr. Philipp Lohse

Die FDP Schleswig-Holstein geht mit Kampfgeist in die Landtagswahl. Am Wochenende machten die Freien Demokraten in Neumünster klar: Sie wollen nicht nur zurück in den Landtag, sie wollen regieren. An der Spitze: Christopher Vogt. Mit 94 Prozent wählten ihn die Delegierten zum Spitzenkandidaten. 186 von 197 Delegierten stimmten für ihn. Ein deutliches Signal: Die Liberalen gehen geschlossen in diesen Wahlkampf. 

Vogt hat einen klaren Anspruch: „Ich gehe hochmotiviert in den Landtagswahlkampf und werde mit der gesamten FDP Schleswig-Holstein für ein starkes Ergebnis kämpfen. Es braucht eine neue Aufbruchstimmung.“ Er wolle den Grünen nach 23 Jahren in der Regierung eine Pause in der Opposition gönnen. 

Für ihn ist klar: Schleswig-Holstein kann mehr. Das Land habe großes Potenzial, werde aber von Schwarz-Grün ausgebremst. „Die Menschen wollen hier etwas reißen, erleben aber eine schwarz-grüne Landesregierung, die mehr schlecht als recht den Stillstand verwaltet.“ Die FDP wolle deshalb das liberale Gegenangebot machen: „an all diejenigen, die unser Land im Mittelstand und Ehrenamt tragen, die sich hier mit einer guten Ausbildung etwas aufbauen oder in Würde altern wollen.“

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Garg, Krämer, Riecke und Flebbe stärken Vogts Team

Auf Platz zwei wählten die Delegierten Dr. Heiner Garg, den parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion und früheren Gesundheitsminister. Garg kritisierte in seiner Bewerbungsrede die Kürzungen beim Politikunterricht. Gerade angesichts wachsender extremistischer Tendenzen brauche es mehr und früher politische Bildung an Schulen, nicht weniger.

Auf Platz drei folgt die finanzpolitische Sprecherin Annabell Krämer, auf Platz vier die bildungspolitische Sprecherin Anne Riecke. Platz fünf ging an Finn Flebbe, den Bundesvorsitzenden der Jungen Liberalen. Er machte den Anspruch der FDP deutlich: „Wir wollen nicht Beifahrer der Union sein“, sagte Flebbe. „Eine Partei wird gewählt, wenn ihr die Menschen zutrauen, es besser zu machen.“

Vogt freut sich über die unterschiedlichen Perspektiven im Team: „Ich freue mich sehr darüber, dass mit Heiner Garg der versierteste Gesundheitspolitiker unseres Landes auf Listenplatz zwei erneut für den Landtag antritt. Mit Annabell Krämer und Anne Riecke kandidieren zwei erfahrene Kolleginnen, die in den wichtigen Bereichen der Finanz- und Bildungspolitik eine hohe Expertise mitbringen. Auch die Jungen Liberalen sind mit ihrem Bundesvorsitzenden Finn Flebbe stark vertreten.“

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Weniger Ideologie, mehr Machbarkeit

Der Wahlkampf der FDP soll sich um zentrale Fragen drehen: Wie kommt die Wirtschaft wieder in Schwung? Wie wird Bildung wieder zum Aufstiegsmotor? Und wie bleibt Schleswig-Holstein ein Land, in dem Menschen sich etwas aufbauen können? Die Antwort der Liberalen: weniger Ideologie, mehr Machbarkeit. In einem Leitantrag fordert die FDP, Schleswig-Holstein zum „mittelstandsfreundlichsten Land“ zu machen, Stromkosten zu senken und das Klimaziel des Landes von 2040 auf 2050 zu verschieben. Der schwarz-grüne Sonderweg gefährde aus Sicht der Partei die wirtschaftliche Stabilität, verlagere Arbeitsplätze, verteuere das Wohnen und verschärfe soziale Spannungen.

Kubicki: „Schleswig-Holstein ist nicht der klimapolitische Nabel der Welt“

Auch FDP-Bundeschef Wolfgang Kubicki griff die Klimapolitik der Landesregierung auf dem Parteitag scharf an. „Schleswig-Holstein ist das schönste Bundesland der Welt, aber Schleswig-Holstein ist nicht der klimapolitische Nabel der Welt“, sagte er. Regionale Klimaziele müssten realistisch bleiben und dürften das Land nicht wirtschaftlich schwächen. „Wir müssen aufpassen, dass wir uns wirtschaftlich nicht ruinieren, weil wir glauben, hochmoralisch damit irgendjemandem zu imponieren. Im Gegenteil, der Rest der Welt lacht mitleidig über uns.“

FDP stellt Aufstiegsversprechen ins Zentrum

Für die FDP ist diese wirtschaftliche Frage also mehr als Standortpolitik. Für Vogt ist klar: Ohne wirtschaftliche Stärke gibt es auch kein echtes Aufstiegsversprechen. „Das Aufstiegsversprechen muss wieder zur obersten Priorität werden.“ Dafür brauche es ein Bildungssystem, das Kinder nicht durch Raster presst, sondern Talente fördert. Und es brauche moderne Schulen und Sportstätten, die diesem Anspruch auch gerecht werden.

Kubicki zieht klare Grenze zur AfD

Zugleich grenzte Kubicki die FDP klar von der AfD ab. „Niemand bei klarem Verstand in der Freien Demokratischen Partei denkt über irgendeine Form der Zusammenarbeit mit der AfD nach oder hat das jemals getan“, sagte er. „Wer etwas anderes behauptet, betreibt allein das Geschäft unserer politischen Gegner.“ In der AfD bewegten sich teilweise „düstere Gestalten“, so Kubicki. Sein Appell an die FDP: nicht ständig über Abstände zu anderen Parteien reden, sondern über eigene Inhalte. „Wir sind eine eigenständige politische Kraft.“

Die Botschaft aus Neumünster ist klar: Die FDP Schleswig-Holstein will nicht verwalten, sondern verändern. Mit Christopher Vogt an der Spitze, einem erfahrenen Team und einem Wahlkampf für Wirtschaft, Bildung und ein neues Aufstiegsversprechen.

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