Zeitumstellung abschaffen - Menschen entlasten

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Die Freien Demokraten fordern erneut die Abschaffung der Zeitumstellung
22.03.2018

Jetzt wird wieder an der Uhr gedreht: In der Nacht von Samstag auf Sonntag erfolgt die nächste Zeitumstellung. Die FDP-Fraktion im Bundestag fordert die Abschaffung der Zeitumstellung in Frühjahr und Herbst. "Die Vorteile der Zeitumstellung muss man schon mit der Lupe suchen", sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Michael Theurer. Die Zeitumstellung sei ein "klassischer Fall der Bürokratie", so Theurer. "Einmal eingeführt wird man sie kaum mehr los." Dabei spreche alles dafür, sie abzuschaffen, da die Regelung den Menschen nicht nutze, sondern eher schade.

"Ein großer Teil der Menschen leidet bei jeder Zeitumstellung kurzzeitig unter Symptomen ähnlich dem Jetlag", so Theurer weiter. "Schlafentzug wird mit Herzinfarkten, Konzentrationsstörungen und erhöhten Selbstmordraten in Verbindung gebracht – und offenbar steigen alle drei in den Tagen nach der Zeitumstellung an." Im Gegensatz zum EU-Parlament, das sich im Februar mit deutlicher Mehrheit für die Abschaffung der Sommerzeit aussprach, wollen die Freien Demokraten aber gerade an dieser festhalten.  In ihrem Antrag, der am Freitag in den Bundestag zur Debatte steht, fordert die Fraktion, die Sommerzeit dauerhaft einzuführen. "Wir erhalten viele Zuschriften, die sich dafür aussprechen", so Theurer. "Umfragen zeigen auch, dass eine Mehrheit die Sommerzeit inzwischen als Normalzeit empfindet." Stattdessen soll die Winterzeit abgeschafft werden. Der Vorteil: Lange Sommerabende würden den Bürgern auch künftig erhalten bleiben.

Zuletzt sprachen sich zwei Drittel der Deutschen für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Kein Wunder: Das Ziel der Umstellung, Tageslicht während der Arbeitszeit besser nutzen zu können, um Energie zu sparen, ist in über 30 Jahren Sommerzeit nicht erreicht worden. Über die Abschaffung der Regelung kann jedoch nur die EU entscheiden. Daher fordert die FDP die Bundesregierung mit ihrem Antrag auf, der europäischen Kommission mitzuteilen, dass Deutschland eine Abschaffung der europaweiten verpflichtenden Zeitumstellung wünscht. Derzeit prüft die EU-Kommission die Vor- und Nachteile.

Der Deutsche Bundestag hat den Antrag der FDP nun erst einmal abgelehnt. Neben der FDP stimmten Die Linke und die AfD für den Antrag, während CDU/CSU und SPD dagegen votierten. Die Grünen enthielten sich.

An diesem Sonntag werden die Uhren um 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Die Nacht ist damit eine Stunde kürzer. Am 28. Oktober 2018 endet die Sommerzeit dann wieder. Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland sind gegen die Zeitumstellungen im Frühling und im Herbst, so das Ergebnis einer Umfrage. Demnach halten 73 Prozent der Befragten die Zeitumstellung für überflüssig und sind dafür, dass sie abgeschafft wird. Diese Erkenntnis setzt sich zunehmend auch in der Politik durch. So hat das Europäische Parlament am 8.2.2018 eine grundlegende Reform der Richtlinie zur Sommerzeitregelung befürwortet.

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