Patienten und Innovationen würden unter Bürgerversicherung leiden

Marie-Agnes Strack-Zimmermann lehnt die Bürgerversicherung ab
Marie-Agnes Strack-Zimmermann lehnt die Bürgerversicherung ab
12.12.2017

Die SPD trommelt für eine Bürgerversicherung im Gesundheitswesen und will deren Einführung zur Voraussetzung für eine Neuauflage der Großen Koalition machen. Das Einheitsmodell wäre jedoch nicht im Interesse der Patienten, warnt FDP-Vize Marie-Agnes Strack-Zimmermann. "Tatsächlich würde eine staatliche Zuteilung in Form einer Bürgerversicherung zu einer drastischen Verschlechterung der Patientenversorgung führen und die demografischen Probleme der GKV verschärfen", stellt sie klar.

Die Forderung nach der Einführung einer Bürgerversicherung sei ein plumper Wahlkampfschlager der SPD und werde durch ständige Wiederholung nicht besser, so die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende weiter. "Die Realität ist, dass Innovationen im Gesundheitswesen zu großen Teilen von den Mitgliedern der privaten Krankenkassen finanziert werden, von denen dann alle Versicherten in Deutschland profitieren", betont Strack-Zimmermann. "Diese Innovationen würden im Falle einer Bürgerversicherung wegfallen."

Statt einer Einheitsversicherung müssten vielmehr alle Bürger unabhängig vom Einkommen zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung frei wählen können, verdeutlicht die FDP-Vize. "Um das Gesundheitssystem wirklich zu verbessern, fordern wir Freien Demokraten als ersten Schritt die Abschaffung der Budgetierung", fügt sie hinzu. "Dadurch wollen wir verhindern, dass die Gesundheitsversorgung gerade auf dem Land und in strukturschwachen Regionen weiter ausblutet. Wir müssen nicht noch mehr Geld in das System geben, sondern es vernünftig einsetzen und fairen Wettbewerb zulassen." (ch)

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