Johannes Vogel
Johannes Vogel will eine Gesellschaft, in der jeder seinen Weg im Leben gehen kann
Landtagswahl Bundestagswahl

Jeder ist der beste Architekt für sein eigenes Leben

04.04.2017

"Wir wollen eine Gesellschaft, in der jeder seinen Weg im Leben gehen und sich etwas aufbauen kann, egal, woher er kommt, ob und woran er glaubt und wie bunt, schräg, ungewöhnlich oder ganz 'normal' dieser Weg sein mag": Johannes Vogel, Nordrhein-Westfalens FDP-Generalsekretär, erklärt im Interview mit der Welt, wie und warum der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag gelingen wird.

"Wir sind heute idealistischer als je zuvor", zeichnet Vogel den Weg nach, den die Freien Demokraten seit der letzten Bundestagswahl, als die Traditionspartei aus dem Bundestag geflogen ist, gegangen sind. "Wir haben uns und die ganze Partei verändert. Zu jedem Zeitpunkt stand die Frage im Mittelpunkt: Warum machen wir das, und warum muss es eine FDP geben?" Diese Frage hätte sie inhaltlich beantwortet: "Die FDP ist die einzige Partei, die sich über Deutschlands Zukunft Gedanken macht", stellt er den Unterschied zu den großen Parteien SPD und Union heraus.

Bei Martin Schulz wisse man noch nicht, wofür er stehe. "Außer dass er die Agenda 2010 rückabwickeln will, die Deutschland erst stark gemacht hat. Die ganz falsche Richtung." Die CDU wiederum würden die Menschen als "ordnungspolitischen Ausfall" erleben, der die letzten Jahre etwa die Renten-Wahlgeschenke mitgemacht habe. Die Partei sei zudem im Klein-Klein der Tagespolitik stecken geblieben. Und bei den Grünen könnten viele Bürger nicht mehr erkennen, was sie "antreibt und wofür sie stehen."

Bei der FDP in Nordrhein-Westfalen wiederum gibt es da keine Zweifel: Da steht das Thema "Weltbeste Bildung" im Vordergrund. Abzulesen auch an den Attacken in der Sache, die die Freien Demokraten gegen die Bildungsministerin fahren: "Es ist legitim zu sagen, dass wir ihre Bildungspolitik für ideologisch und falsch halten und sie unseren Kindern eine desaströse Bilanz zumutet." Bildung hänge in Deutschland stärker als in anderen Industrieländern immer noch von der Herkunft ab. "Das wollen wir ändern und endlich einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung legen. Auch nach der Schule müssen wir den Menschen versprechen, dass sie durch Weiterbildungsmaßnahmen trotz digitalem Wandel mitkommen", sieht Vogel Bildung auch als soziale Herausforderung.