Mehr vom Netto, mehr Eigentum, mehr Chancen

Der neue Bericht der Ostbeauftragten nimmt die Aufstiegschancen in Deutschland in den Blick. Für FDP-Vize Linda Teuteberg ist klar: Wer mehr sozialen Aufstieg ermöglichen will, muss Bürger und Unternehmen entlasten.

Linda Teuteberg
FDP-Vize Linda Teuteberg möchte, dass Leistung sich wieder lohnt © Christopher Altenhof

Der Jahresbericht 2026 der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, steht unter dem Titel „In Bewegung bleiben“ und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit sozialer Mobilität und der Frage, unter welchen Bedingungen Menschen in Deutschland aus eigener Kraft vorankommen können. Der dazugehörige Deutschland-Monitor untersucht unter anderem, wie die Menschen ihre persönlichen Aufstiegschancen bewerten.

Dabei zeigt sich: Persönlicher gesellschaftlicher Aufstieg hat für viele Menschen durchaus Bedeutung, zugleich ist die Bereitschaft begrenzt, dafür hohe Belastungen in Kauf zu nehmen. Laut den veröffentlichten Ergebnissen halten 38 Prozent einen persönlichen gesellschaftlichen Aufstieg für wichtig oder sehr wichtig; rund ein Viertel wäre bereit, dafür hohe Belastungen auf sich zu nehmen.

Für die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Linda Teuteberg folgt daraus vor allem eine Aufgabe für die Wirtschafts- und Steuerpolitik: Leistung und Eigeninitiative müssten sich wieder stärker auszahlen.

Leistung muss sich wieder lohnen

„Für Wohlstand und Chancen braucht es zuvorderst wieder das begründete Vertrauen, dass Leistung, dass Anstrengung und Investitionen sich wieder lohnen in Deutschland“, erklärt Teuteberg. Die Ergebnisse des Berichts sieht sie als Argument dafür, die wirtschaftlichen Anreize für persönlichen Aufstieg zu verbessern. Wenn nur ein Teil der Menschen bereit sei, für den eigenen Aufstieg zusätzliche Belastungen zu tragen, müsse Politik die Bedingungen für „Anstrengungs-, Risiko- und Verantwortungsbereitschaft“ verbessern.

Die Antwort darauf seien aus Sicht der Freien Demokraten breite Entlastungen statt neuer Steuern und zusätzlicher Umverteilung. Teuteberg fordert unter anderem „mehr Netto vom Brutto“, einen höheren Sparerfreibetrag und einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer, um die Bildung von Wohneigentum zu erleichtern.

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Mehr Eigentum und bessere Bedingungen für wirtschaftliches Wachstum

Für Teuteberg ist klar: Wer sich eigenes Vermögen aufbauen und Wohneigentum erwerben kann, hat bessere Chancen, sich etwas aufzubauen und wirtschaftlich voranzukommen. Sie formuliert den Anspruch: „Wir brauchen wieder mehr Lust auf Unternehmen statt Unterlassen und statt Volkseigentum ein Volk von Eigentümern.“

Damit verbindet sie die Frage des sozialen Aufstiegs mit der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Statt zusätzliche Belastungen für Bürger und Unternehmen zu schaffen, müssten Investitionen, Unternehmensgründungen, Sparen und der Erwerb von Wohneigentum attraktiver werden.

Mehr Chancen in ganz Deutschland

Teuteberg warnt dagegen vor politischen Konzepten, die vor allem auf zusätzliche Umverteilung, Steuererhöhungen oder staatliche Regulierung setzen. Diese würden aus ihrer Sicht Investitionen und Vermögensbildung zusätzlich erschweren.

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Erfahrungen der DDR sagt sie: „Die Erfahrungen mit der Planwirtschaft lehren, dass Wachstum und Wohlstand nicht herbeisubventioniert werden können.“ Entscheidend sei deshalb, wieder bessere Voraussetzungen für wirtschaftliche Dynamik und persönlichen Aufstieg zu schaffen. „Die Bedingungen für wirtschaftliches Wachstum“ müssten wieder stimmen, so Teuteberg. Ihr Fazit: „Nur das ermöglicht mehr Chancen in allen Teilen unseres Landes.“