Digitalpakt für Schulen:
Neues Denken in der Bildung

Digitalpakt für Schulen: Neues Denken in der Bildung
  • Die "Generation Smartphone" in Deutschland landet im Umgang mit digitaler Technik im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld.

  • Es reicht nicht aus, wenn Schulen ans Internet angeschlossen und Geräte bereitgestellt werden.

  • Ein Digitalpakt 2.0 muss folgen: Wir Freie Demokraten wollen, dass der Bund nicht nur in die Technik investiert, sondern auch in bestes Schulpersonal, in Lernsoftware und IT-Administratoren.

Wir brauchen ein PISA-Sofortprogramm, damit unsere Kinder weltbeste Bildungschancen bekommen. Jedes einzelne Kind!

- Katja Suding

Bisher war die Bildung fast ausschließlich Ländersache, das sogenannte Kooperationsverbot untersagte dem Bund die Mitfinanzierung im Bildungsbereich. Eingeführt hat dies 2006 ebenfalls eine große Koalition unter Merkel. Das hat sich geändert. Große Koalition, FDP und Grüne haben sich auf eine Grundgesetzänderung geeinigt und Bundestag und Bundesrat haben zugestimmt. Der betreffende Artikel 104c wurde so geändert, dass der Bund "gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen sowie besondere, mit diesen unmittelbar verbundene, befristete Ausgaben der Länder und Gemeinden zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren" darf. Weil von "Ausgaben" und nicht von "Sachkosten" die Rede ist, kann der Bund jetzt auch in "pädagogische Köpfe und in Weiterbildungsmaßnahmen" investieren, erläuterte FDP-Chef Christian Lindner die Formulierung. Jetzt gilt es, sich am Kooperationsgebot zwischen Bund und Ländern zu orientieren.

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Deutschland braucht den Digitalpakt 2.0

Um die Grundgesetzänderung auch effektiv umzusetzen, wollen die Freien Demokraten direkt im Anschluss an den DigitalPakt Schule einen Digitalpakt 2.0 beschließen. Deutschland darf keine Zeit verlieren, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. Der Digitalpakt 2.0 umfasst unter anderen konkrete Investitionen in Personal und Weiterbildung, um die neuen technischen Möglichkeiten dauerhaft, effektiv und effizient in den Bildungsalltag zu integrieren.

Denn: Die durchschnittlichen computer- und informationsbezogenen Kompetenzen der deutschen Achtklässler haben sich laut der ICILS-Studie unter Achtklässlern im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2013 kaum verändert: Nur ein verschwindend geringer Anteil der Schüler in diesem Alter kann richtig gut mit Computern umgehen, viele haben nur Grundkenntnisse.

Blitzschnell mit den Fingern übers Smartphone, Freunde auf der Snap Map finden, Chat über WhatsApp - digitaler Alltag für Teenager. Aber wie Computer sinnvoll zum Arbeiten genutzt werden können - da haben viele nur rudimentäre Computerkenntnisse: Jeder dritte deutsche Schüler kann demnach zum Beispiel nur einen Link in einer E-Mail öffnen oder ein Wort in einem Textverarbeitungsprogramm einfügen oder korrigieren. Besorgniserregend ist, dass auch in diesem Bereich die soziale Herkunft großen Einfluss auf den Kompetenzstand hat. Das wollen wir Freie Demokraten ändern.

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Chance auf eine Bildungsrevolution nicht verpassen

Obwohl Bildung wesentlich über die Zukunftschancen der Menschen bestimmt, wird sie von staatlicher Politik vernachlässigt: Marode Schulgebäude, veraltete Ausstattung, häufige Unterrichtsausfälle, Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom sozialen Status der Eltern und mittelmäßiges Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler in internationalen Vergleichsstudien – all das ist Realität. Die ICILS- und nun zuletzt auch die PISA-Studie bestätigen diese in ausdrücklicher Weise. Die Freien Demokraten haben dies zum Anlass genommen und ein PISA-Sofortprogramm vorgelegt. 

Damit jede und jeder sein volles Potenzial ausschöpfen kann, wollen wir jedem Einzelnen ein Leben lang die weltbeste Bildung ermöglichen. Dafür ist eine nationale Kraftanstrengung nötig. Wir wissen: Das ist ein großes Ziel. Aber es lohnt sich! Denn Bildung macht den Einzelnen stark, sie entscheidet über individuelle Aufstiegschancen und die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Daher setzen wir uns dafür ein, dass modernste Bildung in Deutschland zum Standard wird. Wir wollen, dass Deutschland bis 2030 wieder in allen Bildungsrankings zur Spitze gehört und Maßstäbe setzt. 

Einstieg in Reform des Bildungsföderalismus

Für dieses Ziel müssen wir in Qualität investieren. Das bedeutet, vor Ort die Einrichtungen selbstständiger zu machen, ihnen Verantwortung zu geben für Personal, Budget, Organisation und Weiterbildung der Lehrkräfte. Es geht um mehr als die Ausstattung der Gebäude, es geht um den bestmöglichen Unterricht. Für uns ist entscheidend, dass diese Qualität bundeseinheitlich sicherzustellen. Denn wir sind überzeugt: Wir brauchen eine umfassende Modernisierung des gesamten Bildungssystems - nicht nur in der Schule, sondern auch in der Kita, bei der Weiterbildung und an unseren Hochschulen und Universitäten.

Wir fordern:

  • Einen unkomplizierten Zugang zu Bildung für alle
  • Die Chancen der Digitalisierung für individuelles, effizientes und motivierendes Lernen nutzen
  • Bundesweit einheitliche Bildungsstandards und Abschlüsse
  • Die Verbesserung der frühkindlichen Bildung in Krippen und Kindergärten
  • Mehr Durchlässigkeit zwischen dualer Berufsausbildung und akademischer Bildung
  • Privates Bildungssparen, berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen fördern
  • Freiheit und Autonomie für Schulen und Hochschulen

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Investieren Sie in die Zukunft.

  • New Work: Modernen Rechtsrahmen für mobiles Arbeiten schaffen

    • In der Corona-Krise arbeiten viele daheim und nicht im Büro. Das wird millionenfach gemacht, obwohl es heute illegal ist.
    • Es gilt daher, gezielte Anpassungen vorzunehmen, damit Arbeitnehmer wie Arbeitgeber praktikable und rechtssichere Möglichkeiten für flexibles Arbeiten erhalten.
    • Wir wollen mobiles Arbeiten rechtssicher, unbürokratisch und flexibel machen und Regelungen an die Lebensrealität der Menschen anpassen.
  • Corona-Pandemie: Entscheidungen wieder in die Hand der Parlamente

    • Wir erleben in der Corona-Krise die schwerwiegendsten Grundrechtseingriffe seit Gründung der Bundesrepublik.
    • Die Corona-Pandemie ist eine ernsthafte Gefahr und muss entschlossen bekämpft werden. Doch dabei sind Rechtsstaat und Gewaltenteilung kein Hindernis, sondern eine Stärke.
    • Umso wichtiger ist, dass nun endlich eine Debatte um Rechtfertigung und mildere Alternativen geführt wird. Der richtige Ort hierfür ist der Deutsche Bundestag.

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