Jerusalem
Der Status Jerusalems hat Auswirkungen auf die Stabilität der gesamten Region
Außenpolitik Nahost-Konflikt

Trumps Israel-Strategie sendet das falsche Signal

06.12.2017

Die Trump-Regierung will Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen und die US-Botschaft dorthin verlegen. Alexander Graf Lambsdorff, FDP-Präsidiumsmitglied und Fraktionsvize im Bundestag, warnt vor drastischen Folgen für die Gesamtlage im Nahen Osten. In der muslimischen Welt würde die einseitige Erklärung der ganzen Stadt zur Hauptstadt Israels als massive Provokation aufgefasst werden, mahnt Lambsdorff. "Deshalb wäre ein solcher Schritt das falsche Signal." Für ihn ist klar: "Israel und der Nahe Osten brauchen nicht weniger, sondern mehr Stabilität."

Jerusalem sei für die großen monotheistischen Weltreligionen ein Ort von herausragender Bedeutung, betont der FDP-Fraktionsvize. "Seit Israel die Kontrolle dort ausübt, ist der Zugang für Juden, Christen und Moslems zu ihren heiligen Stätten in der Regel frei und sicher möglich. Das ist wertvoll und wichtig", hält Lambsdorff fest. Eine einseitige Anerkennung ganz Jerusalems als israelische Hauptstadt könne allerdings genau diesen Zustand gefährden.

Denn: Der endgültige Status der Stadt könne nur in direkten Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina geklärt werden. "Praktikable Vorschläge hat die Genfer Initiative gemacht, sie sollten Bezugspunkt weiterer Gespräche sein", hebt Lambsdorff hervor. Um eine dauerhafte Befriedung des Konflikts zu erreichen, müssten Israel und Palästina deshalb an den Verhandlungstisch zurückkehren. "Dafür sollte sich die US-Regierung genauso einsetzen wie Deutschland und die Europäische Union", fordert er.