Wahlprüfsteine von "Verband der Restauratoren (VDR)"

Fragen:

Für die wissenschaftlich fundierte Konservierung und Restaurierung von Kunst und Kulturgütern werden aus Sicht des VDR trotz unbestreitbarer positiver Ansätze oft zu wenig öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt. Dies führt auch dazu, dass betroffene Berufe, wie der des Restaurators bzw. der Restauratorin, wirtschaftlich unattraktiv werden. Wir spüren dies bereits am Nachwuchsmangel, aber auch durch prekäre Arbeitssituationen für Berufsausübende. Wir fordern daher ein klares Bekenntnis und spürbares Engagement der Politik und der öffentlichen Hand für das kulturelle Erbe und für die, denen seine Erhaltung anvertraut ist – Wie will sich Ihre Partei hierzu positionieren?

Für uns Freie Demokraten hat die Bewahrung des nationalen Kulturerbes einen hohen Stellenwert. Kultur ist jedoch Angelegenheit der Länder. Wir fordern diese daher dazu auf, den Erhalt von Kulturgütern und Denkmälern zu sichern. Hierzu gehört auch, sicherzustellen, das genügend Experten für die wissenschaftlich fundierte Konservierung und Restaurierung von Kunst und Kulturgüter vorhanden sind. Diese sind oftmals freiberuflich tätig. Auf Bundesebene setzen wir Freie Demokraten uns für optimale Arbeitsbedingungen für alle selbständig und freiberuflich Tätigen ein – so auch für Restauratorinnen und Restauratoren.

Kultur und Denkmalpflege sind Ländersache, doch unbestreitbar übernimmt auch der Bund hier zunehmend Verantwortung und setzt z.B. in Gestalt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien entsprechende Trends und Rahmenbedingungen. Schon jetzt sind ein Abbau von Fachpersonal an Denkmalpflegebehörden und Initiativen zur Abschaffung denkmalpflegerischer Institutionen in bestimmten Regionen ein Problem. Auch an den meisten staatlichen Museen und Stiftungen herrscht ein Ungleichgewicht zwischen den zu leistenden Aufgaben und den zur Verfügung stehenden, angemessen tariflich eingruppierten Stellen für Restauratorinnen und Restauratoren mit Hochschulqualifikation. Dies gefährdet auch den Schutz von Kulturgütern – Wie will Ihre Partei mit diesem Problem umgehen?

Kultur und Denkmalpflege sind Angelegenheit der Länder. Die darüber hinaus unterstützenden Programme des Bundes, etwa für „National wertvolle Kulturdenkmäler“, wollen wir Freie Demokraten fortsetzen. Das aktuelle „Denkmal-Sonderprogramm“ begrüßen wir.

Die Mehrheit der vom VDR vertretenen Restauratorinnen und Restauratoren ist selbstständig. Die Hochschulausbildung, die sie mitbringen, ist hinsichtlich der Dauer und Anforderungen mit einem Ingenieursstudium vergleichbar. Die Aufnahme des Berufes in die Katalogberufe nach § 18 EStG blieb Restauratorinnen und Restauratoren bisher aber versagt. Damit einher geht die Schwierigkeit, dass Berufsangehörige immer wieder in langwierigen Auseinandersetzungen um die steuerliche Anerkennung als Freiberufler ringen müssen – Welche Möglichkeiten sieht Ihre Partei, die Anerkennung des Restauratorenberufes als Freien Beruf zu stärken?

Die Restauratorinnen und Restauratoren sitzen hier, auch nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH), zwischen allen Stühlen. Die ständige Aufteilung zwischen Kunst und Gewerbe bzw. zwischen trennbaren Leistungen und nichttrennbaren erzeugt nur Bürokratie ohne großen finanzpolitischen Nutzen. Im Sinne des Bürokratieabbaus könnte eine Einordnung in den Katalog der Freien Berufe daher durchaus sinnvoll sein.

 

Die soziale Absicherung in Form der Renten- und Krankenversicherung ist für freiberuflich Tätige ein existentielles Problem. Eine geregelte Aufnahme in die Künstlersozialkasse und/oder die Möglichkeit, ein eigenes Versorgungswerk zu schaffen, würde eine deutliche Verbesserung der prekären Situation vieler „Solo-Selbständigen“ bedeuten – Inwiefern unterstützt Ihre Partei solche Lösungsansätze?

Wir Freie Demokraten wollen die Künstlersozialkasse fortlaufend weiterentwickeln und zukunftssicher machen. In diesen Überlegungen werden wir auch die Behandlung der Restauratorinnen und Restauratoren in Bezug auf die Künstlersozialkasse einfließen lassen und ihre geregelte Aufnahme prüfen.

Die Berufsbezeichnung „Restauratorin“/„Restaurator“ ist nur in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gesetzlich geschützt. Überall sonst in Deutschland darf sich jeder nach Belieben „Restaurator/in“ nennen und seine Dienste als solcher anbieten. Schäden, die durch unsachgemäßes Hantieren an Kunst und Kulturgut entstehen, sind unter Umständen irreversibel und gehen nicht nur zu Lasten des einzelnen Verbrauchers, sondern unter Umständen der gesamten Gesellschaft – Wird sich Ihre Partei für den Berufstitelschutz der freiberuflich tätigen Restauratorenschaft einsetzen, um das kulturelle Erbe vor nicht fachgerechten Eingriffen zu schützen?

Für den Schutz der Berufsbezeichnung "Restaurator/in" gibt es nachvollziehbare Gründe. Wir Freie Demokraten wollen den Berufstitelschutz für freiberuflich tätig Restauratorinnen und Restauratoren daher prüfen.

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