Deutscher Schwerhörigenbund e.V.

Hörstörungen finden in den Aus-,Fort-&Weiterbildungscurricula von Pflegekräften kaum Berücksichtigung, mit erheblichen Folgen, nicht nur für die betroffenen zu Pflegenden. Wie werden Sie sich für die Anpassung der Curricula bzgl. der speziellen kommunikativen Bedürfnisse Hörbehinderter einsetzen?

Hörstörungen stellen in der Pflege eine große Herausforderung dar, der begegnet werden muss. Wichtig ist, dass Pflegekräfte die bestmögliche Ausbildung erhalten, um diesen Herausforderungen begegnen und ihre Aufgaben erfüllen zu können. Für die konkrete Ausgestaltung der Aus- und Weiterbildungsinhalte sind die Länder beziehungsweise Ausbildungseinrichtungen vor Ort zuständig.

Seit dem Jahr 2000 gelten Expertenstandards der Garant für ein evidenzbasiertes Pflegefachwissen. Welche Handlungsoptionen sehen Sie in Bezug auf die Entwicklung eines Expertenstandard Hörstörung und dem notwendigen Engagement des Deutschen Netzwerkes für Qualitätsentwicklung in der Pflege?

Es kann sinnvoll sein, einen neuen Expertenstandard für Hörstörungen zu entwickeln. Die Entwicklung solcher Standards ist allerdings Aufgabe der Selbstverwaltung.

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass der zeitliche Mehraufwand für hörbeeinträchtigte Patienten und Pflegebedürftige in den Pflegesätzen und Leistungsver-gütungen der Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen explizit zusätzlich berücksichtigt werden?

Wir Freie Demokraten wollen wieder mehr Zeit für Zuwendung in der Pflege ermöglichen – durch einen umfassenden Bürokratieabbau, bessere Arbeitsbedingungen und die Nutzung digitaler Potentiale im Pflegebereich. Wir wollen die Arbeit in der Pflege durch digitale Anwendungen, Automatisierung sowie Robotik unterstützen und Pflegende entlasten. Die Verhandlung der Leistungsvergütungen ist Aufgabe der Partner der Selbstverwaltung.

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass sowohl in der stationären als auch mobilen Pflege ein interdisziplinäres Team aus Akustikern, HNO-Ärzten, Audiologen eingerichtet wird? Dazu zählt auch der Austausch mit den Selbsthilfeverbänden/-gruppen vor Ort.

Wir setzen uns für ein Gesundheitswesen ein, in dem die Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt stehen. Dafür wollen wir Rahmenbedingungen schaffen. Wir bekennen uns auch zum Prinzip der Selbstverwaltung und sind der Überzeugung, dass dort die konkrete Ausgestaltung der Versorgung erfolgen soll.

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die Pflegeeinrichtungen inklusiv und bedarfsgerecht für hörbeeinträchtigte Patienten und Pflegende durch technische Kommunikationsanlagen gestaltet werden?

Inklusiv und bedarfsgerecht ausgestattete Einrichtungen sind für hörbeeinträchtigte Patienten und Pflegende Voraussetzung, um eine weitreichende Teilhabe zu ermöglichen.

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass im Rahmen der Pflegekräfteausbildung „inklusive“ Lehreinheiten durch selbstbetroffene Hörbeeinträchtigte ein Pflicht-bestandteil werden?

Wir Freie Demokraten wollen mehr digitale Inhalte, eine Stärkung der pflegerischen Kompetenzen und eine leistungsgerechte Durchlässigkeit in Pflegeberufen. Denn Pflege ist ein hoch anspruchsvoller Beruf: empathisch und sozial, aber gleichzeitig zunehmend durch technologische Entwicklung geprägt. Das muss sich auch in der Ausbildung wiederfinden. Wir würden es begrüßen, wenn inklusive Lehreinheiten durch selbstbetroffene Hörbeeinträchtigte vor Ort in die Lehrpläne aufgenommen werden würden. Für die konkrete Ausgestaltung der Aus- und Weiterbildungsinhalte sind aber die Länder beziehungsweise Ausbildungseinrichtungen vor Ort zuständig.

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