Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD)

In Deutschland existiert kein Facharzt für Schmerzmedizin und keine schmerzmedizinische Bedarfsplanung. Unterstützt Ihre Partei die Forderung nach der Einführung einer schmerzmedizinischen Bedarfsplanung, und wenn ja, wie kann diese aus Ihrer Sicht umgesetzt werden?

Wir Freie Demokraten setzen uns dafür ein, dass jede Patientin und jeder Patient die beste Versorgung erhält. Das gilt gerade auch für Menschen, die aufgrund langanhaltender Schmerzen körperlich und sozial beeinträchtigt sind. Uns ist bekannt, dass es seit Jahren massive Defizite in der Versorgung von Schmerzpatienten gibt und keine Bedarfsplanung existiert. Aus unserer Sicht bekommt die Schmerzmedizin und -therapie nicht genug Aufmerksamkeit. Deshalb hat sich die Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag mit einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung gewendet, um zu erörtern, welchen Stellenwert die Bundesregierung der Schmerzversorgung beimisst und welche Schritte zu Verbesserung der aktuellen Lage die Bundesregierung plant (vgl. Kleine Anfrage „Versorgung in der Schmerztherapie“ BT-Drs.-19/20448).

Es ist wichtig, dass die Bundesregierung hier die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen vorgibt. Die Umsetzung der Gesundheitsversorgung ist allerdings Aufgabe der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, insbesondere der ärztlichen Selbstverwaltung.

 

Inwieweit wird sich Ihre Partei für die Einführung einer spezialisierten ambulanten schmerzmedizinischen Versorgung (SASV), im Sinne einer multimodalen Komplexbehandlung im Team, einsetzen, um damit die Schmerzversorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern?

Die entsprechende Forderung ist uns bekannt. Es bleibt zu prüfen, ob dieses Versorgungsangebot flächendeckend umsetzbar ist. Auch andere Versorgungsmodelle für Schmerzpatienten sind vorstellbar.

Welche Maßnahmen sind geboten, um den Defiziten in der schmerzmedizinischen Versorgung (Unter- u. Fehlversorgung, kein Facharzt Schmerzmed., keine Bedarfsplanung, Nachwuchsproblematik) wirksam entgegenzuwirken, um den Sicherstellungsauftrag für SchmerzpatientInnen nach § 75 SGB V zu gewährleisten?

Der Sicherstellungsauftrag für die ambulante medizinische Versorgung liegt bei den Kassenärztlichen Vereinigungen. Regionale Defizite in der schmerzmedizinischen Versorgung sollten innerhalb der ärztlichen Selbstverwaltung geregelt werden.

Wie stehen Sie zu einer Aufnahme eines neuen EBM-Kapitels für schmerzpsychotherapeutische Leistungen in Anlehnung an die Qualitätssicherungsvereinbarung zur schmerztherapeutischen Versorgung chronisch schmerzkranker Patienten gem. § 135 Abs. 2 SGB V?

Eine bessere Berücksichtigung von schmerzpsychotherapeutische Leistungen kann in der Behandlung von Patientinnen und Patienten sinnvoll sein. Allerdings obliegt die Bewertung nicht der Politik, sondern der Selbstverwaltung im Gesundheitssystem.

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