Wahlprüfsteine von "Lebensmittel Praxis"

Fragen:

1.      Sie wissen, dass die Forderung nach einer weiteren Öffnung der Ladenöffnungszeiten gestellt wird. Das geht teilweise bis zu einer völligen Freigabe und betrifft besonders auch die Sonntagsöffnung. Wie ist die Position Ihrer Partei dazu? Was werden Sie in der kommenden Legislatur anstreben?

Wir Freie Demokraten setzen uns für flexible Ladenöffnungszeiten ein. In unserer modernen, digitalisierten Lebensrealität erscheinen feste gesetzliche Öffnungszeiten antiquiert. Damit es nicht mehr nur Online-Anbietern, sondern auch traditionellen Ladengeschäften möglich wird, ihre Waren rund um die Uhr zu verkaufen, setzen wir uns für flexible Ladenöffnungszeiten ein: Jedes Geschäft soll demnach selbst entscheiden können, wann es öffnet und schließt. Das allgemeine Verkaufsverbot für den Einzelhandel an Sonntagen wollen wir aufheben. Wir wollen auch andere Verbote, wie Dienstleistungen an Sonn- und Feiertagen anzubieten, aufheben.

2.      Bis zu 18 Millionen Tonnen Lebensmittel sollen pro Jahr in Deutschland auf dem Müll landen. Vorschläge zur Verringerung dieser Menge gibt es viele. Was sind die Vorstellungen Ihrer Partei? Was werden Sie in der kommenden Legislatur anstreben?

Wir Freie Demokraten setzen uns dafür ein, Lebensmittelverschwendung dort, wo sie stattfindet, deutlich zu reduzieren. Wir fordern mehr Wertschätzung für Lebensmittel statt höherer Preise. Neue gesetzliche Regelungen gegen Lebensmittelverschwendung, wie etwa ein Abgabenzwang an Hilfsorganisationen, lehnen wir ab. 

3.      Das Wohl der Nutztiere liegt vielen Menschen am Herzen. Kein Tier soll vor dem Verzehr durch den Menschen leiden müssen. Das wird jeder unterschreiben können. Was aber sind konkrete Maßnahmen, um mehr Tierwohl durchzusetzen? Was sind die Vorstellungen Ihrer Partei? Was werden Sie in der kommenden Legislatur anstreben?

Wir Freie Demokraten setzen uns für eine artgerechte Tierhaltung und Tierernährung ein. Wünschenswerte Verbesserungen bei der Nutztierhaltung wollen wir durch eine gezielte Agrarinvestitionsförderung erreichen. Starre ordnungsrechtliche Vorgaben oder zu ehrgeizige Tierwohl-Zertifizierungen überfordern hingegen vor allem kleine Landwirtschaftsbetriebe und beschleunigen somit den Strukturwandel. Wir wollen eine Fischerei, welche die Bestände erhält und den Natur- und Tierschutz sichert. Dazu soll die Grundschleppnetz-Fischerei beschränkt werden. Allgemeine Angelverbote für die Freizeitfischerei (zum Beispiel in Natura-2000-Gebieten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nord- und Ostsee) halten wir indes für unverhältnismäßig. Das Grundnahrungsmittel Fisch ist durch die Überfischung der Meere gefährdet. Wir sehen in einer modernen und nachhaltig wirtschaftenden Aquakultur einen Schlüssel zur Lösung dieses Problems. Deshalb sollen die Rahmenbedingungen für solche Aquakulturen entbürokratisiert werden.

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