Wahlprüfsteine von "Bundesverband privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe e.V. (VPK) [Nachtrag]"

Fragen:

Wie werden Sie sich für eine bundesweite Verbesserung der Qualität in der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung einsetzen und inwiefern werden Sie die Umsetzung eines Qualitätsentwicklungsgesetzes aktiv und insbesondere in den nächstgenannten Punkten unterstützen? 1. Ein bedarfsgerechtes Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot 2. Ein guter Fachkraft-Kind-Schlüssel 3. Qualifizierte Fachkräfte 4. Stärkung der Leitung

Wie bereits in unserer Antwort auf Ihren ersten an uns gesendeten Wahlprüfstein formuliert, setzen wir uns für bundesweit beste Kita-Qualität ein.

Wenn wir Chancengleichheit für jedes Kind wollen, sollten wir bei der frühkindlichen Bildung anfangen. Davon ist die Wissenschaft genauso überzeugt, wie wir Freie Demokraten. Wir fordern daher, die Finanzierung der Kindergärten und Kitas schrittweise auf Bildungsgutscheine umzustellen. Denn so entsteht ein transparenter Qualitätswettbewerb um die besten Bildungsleistungen. Für jedes Kind gewährt der Staat Finanzierungsbeiträge. Damit diese Gelder transparent und bewusst eingesetzt werden, setzen wir uns für Gutscheine ein, die die Höhe der Beträge dokumentieren. Diese erhalten Eltern pro Kind und geben sie an die von ihnen gewählte Bildungseinrichtung weiter. Nur diese Einrichtung kann den Bildungsgutschein beim Staat einlösen. Staatliche, kommunale und Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft erhalten pro Kind den gleichen Betrag, damit die Eltern nicht die freie Wahl zwischen verschiedenen öffentlichen Angeboten, sondern auch zwischen öffentlichen und freien Trägern haben. Der Gegenwert der Gutscheine kann sich nach Lebensalter, zeitlichem Umfang der wöchentlichen Betreuung sowie bei besonderem pädagogischen Betreuungsbedarf unterscheiden.

Darüber hinaus setzen wir uns für eine bessere Bezahlung und Ausbildung des Kita-Personals ein. Kitas sollen unsere Kinder fördern und nicht nur aufbewahren und betreuen – das Motto „sicher, sauber, satt“ ist zu anspruchslos. Stattdessen sollen auch Sport- und Musikangebote sowie Ergotherapie in den Kitabetrieb integriert werden. Dafür sind Fachkräfte nötig, die zur Anregung und Entwicklung von Kindern ausgebildet sind, die deren Probleme erkennen und Talente fördern. Für diese wichtige Aufgabe müssen Erzieherinnen und Erzieher entsprechend qualifiziert sein und sollten dafür auch angemessen bezahlt werden. Vorgaben wie beispielsweise konkrete Betreuungsschlüssel in Kindergarteneinrichtungen sind jedoch eine Aufgabe der Länder. Wir unterstützen deshalb den bereits initiierten Dialog zwischen Bund und Ländern mit dem Ziel vergleichbarer und dabei qualitativ hochwertiger Standards.

Letztendlich müssen Kitas endlich flexibler und verlässlicher werden, damit gerade Alleinerziehende nicht mehr in so großer Zahl dauerhaft auf die Unterstützung der Solidargemeinschaft angewiesen sind. So kann allen Kindern der gleiche Zugang zu frühkindlicher Bildung gewährleistet werden.

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