Wahlprüfsteine von "Fachverband Ethik e.V. "

Fragen:

Frage 1: Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass Ethikunterricht in allen Ländern und allen Schulen ab Klasse 1 einzurichten ist?

Die Ausgestaltung des Ethikunterrichts und seiner Pendants soll nach Auffassung von uns Freien Demokraten in der Verantwortung der Länder bleiben. Wir Freien Demokraten engagieren uns in mehreren Ländern dafür, in allen Schulen Ethikunterricht bzw. Werte und Normen bereits ab der 1. Klasse einzurichten.

Frage 2: Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, das Fach Ethik/Praktische Philosophie als reguläres Unterrichtsfach in allen beruflichen Schularten einzurichten?

Wir begrüßen es, wenn das Fach Ethik bzw. ein Pendant an all jenen Schulen als Wahloption eingeführt wird, an denen Religionsunterricht erteilt wird. Die Zuständigkeit dafür sehen wir weiter auf Landesebene.

Frage 3: Sind Sie bereit, sich für eine bundesweite Aufhebung des Ersatzfachstatus der Ethikfächer einzusetzen und stattdessen Ethik/Praktische Philosophie als reguläres Unterrichtsfach, ohne Abmeldezwang einzurichten?

Die Wahlfreiheit steht für uns im Vordergrund. Sie kann über mehrere Wege erreicht werden, bspw. a) Religion und Ethik als Wahlpflichtfächer, b) Religion und Ethik als Wahlfächer oder c) Religion und Ethik unabhängig voneinander. Das Verhältnis des Ethikunterrichts zum Religionsunterricht ist Sache der Bundesländer und das wollen wir Freie Demokraten nicht ändern. Eine bundeseinheitliche Lösung streben wir nicht an. Wir setzen uns in vielen Ländern dafür ein, dass die Ausbildung von Ethiklehrkräften eine höhere Priorität bekommt und nicht länger gegenüber der Ausbildung von Religionslehrkräften benachteiligt wird.

Frage 4: Sind Sie bereit, islamischen Religionsunterricht als Ergänzung und nicht als Ersatz für den Unterricht in Ethik/Praktischer Philosophie zu verstehen?

Es obliegt dem Landesgesetzgeber, ob und in welcher Form Religionsunterricht an öffentlichen Schulen angeboten wird. Dabei haben sich in den Ländern sehr unterschiedliche Konzepte und Unterrichtsformen herausgebildet. Grundsätzlich halten wir Freie Demokraten die Wahlfreiheit und Selbstbestimmung von Schülerinnen und Schülern und Eltern für ein hohes Gut, das auch im Rahmen der Schulgesetzgebung Beachtung finden muss. Eine aktive Informationspolitik seitens der Schulen halten wir für eine Selbstverständlichkeit. Wir unterstützen den Ansatz, dass dem von dem Glaubensgemeinschaften getragenden Religionsunterricht eine adäquate Wahlalternative gegenüber gestellt wird.

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