Wahlprüfsteine von "DUH e.V. Coffee to Go "

Fragen:

1. Hält Ihre Partei den massenhaften Verbrauch von Coffee-to-go-Bechern für ein Problem?

Wir Freie Demokraten wollen die Rahmenbedingungen für eine innovative Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft verbessern und setzen verstärkt auf Müllvermeidung, Wiederverwendung und Recycling. Dies gilt auch für die in Deutschland jährlich rund 3 Milliarden verbrauchten Coffee-to-go-Becher.

2. Wurde durch Ihre Partei ein Beschluss zum Thema Coffee-to-go-Becher gefasst?

Im Sinne einer ökologisch und ökonomisch verantwortungsbewussten Kreislaufwirtschaftspolitik bekennen wir Freie Demokraten uns zur ökologischen Produktverantwortung und zu der bewährten Zielhierarchie mit dem Vorrang von Vermeidung, Wiederverwendung und Verwertung vor der Beseitigung von Abfällen. Das Thema „Coffee-to-go-Becher“ sehen wir von dieser Positionierung umfasst.

3. Durch welche Maßnahmen möchte Ihre Partei den Verbrauch von Coffee-to-go-Bechern senken?

Bei Produktverpackungen zählt für uns Freie Demokraten – unabhängig davon, ob es sich um Einweg- oder Mehrwegverpackungen handelt – dass diese möglichst ökologisch vorteilhaft sein sollen. Angesichts der Konsumgewohnheiten von Verbraucherinnen und Verbraucher ist daher zum Beispiel die Verwendung von Mehrwegkaffeebechern nicht stets gegenüber der Verwendung von Einwegbechern ökologisch vorteilhafter. Die Erprobung eines Pfandsystemens für Mehrwegkaffeebecher, um eine verlässliche Bewertung der Ökobilanzen zu ermöglichen, muss daher zunächst geprüft werden.

Übergreifend wollen wir das marktwirtschaftliche Prinzip der Produktverantwortung, bei dem der Hersteller eines Produkts die Verantwortung für dessen spätere Entsorgung trägt, weiter stärken. Insbesondere halten wir eine recyclingfreundliche Produktgestaltung für sehr wünschenswert. Daher wollen wir Anreize entwickeln, die bereits beim Produktdesign verstärkt den Kreislaufgedanken einbinden. Denkbar ist zum Beispiel die Einführung eines freiwilligen Recyclinglabels, das die Recyclingfähigkeit und den Einsatz von Recyclingrohstoffen in Produkten ausweist, um die Verwendung von umweltschonenden Recyclingbechern zu steigern.

4. Wie stehen Sie zu einer Abgabe auf unökologische Coffee-to-go-Einwegbecher?

Wir Freie Demokraten lehnen die Einführung einer Abgabe ab, da angesichts der Erfahrungen mit dem gescheiterten Dosenpfand zu bezweifeln ist, dass die zusätzliche finanzielle Belastung an den Konsumentscheidungen der Bürgerinnen und Bürger etwas ändern würde. Bei der Entscheidung über die Verwendung von Mehrweg- oder Einwegkaffeebechern vertrauen wir Freie Demokraten auf den mündigen und selbstbestimmten Bürger und Verbraucher. Für eine souveräne Entscheidung sind klare, verständliche und verbraucherfreundliche Informationen zur Ökobilanz der verwendeten Becher notwendig. Das hilft Mensch und Umwelt mehr als immer neue Abgaben.

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