Wahlprüfsteine von "Fachverbandes für integrative Lerntherapie e. V. (FiL)"

Fragen:

1. Wie sollen Kinder und Jugendliche mit Lernstörungen (Lese-, Rechtschreib- und/oder Rechenstörung) sowie deren Familien besser unterstützt und gefördert werden?

Für uns Freie Demokraten müssen auch Schülerinnen und Schüler mit Förderungsbedarf oder Einschränkungen die bestmögliche Bildung erhalten. Denn der Anspruch auf die weltbeste Bildung gilt nicht nur für die Leistungsstarken. 

Aus diesem Grund setzen wir uns für eine intensive frühkindliche Sprachförderung vor der Einschulung ein. Dies soll der Grundstein für einen erfolgreichen Start ins Schulleben sein. Um dies für Kinder mit besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens sowie bei einer Rechenschwäche sicherzustellen, müssen Kenntnisse und nicht zuletzt die diagnostischen Kompetenzen der Lehrkräfte gestärkt werden.

Darüberhinaus sind wir der Überzeugung, dass es gelingen muss, ein mögliches Scheitern von Kindern mit Legasthenie oder Dyskalkulie auf ihrem Bildungsweg zu verhindern. Bei Kindern der Grundschule, die Schwierigkeiten im Bereich Mathematik zeigen, erfolgt in der Regel die Anwendung des Nachteilsausgleiches und gezielte Förder- und Unterstützungsmaßnahmen (z.B. besondere Lerngruppen, differenzierte Unterrichtsmaterialien, Hilfsmittel, differenzierte Aufgabenstellungen, etc.). Diese Form der Förderung sollte bis zum Ende der vierten Jahrgangsstufe abgeschlossen sein. Da mit der Anwendung des Nachteilsausgleiches keine Abweichung von den Grundsätzen der Leitungsfeststellung und -bewertung verbunden ist, wird die Anwendung des Nachteilsausgleich nicht im Zeugnis vermerkt. Sollten allerdings über die Grundstufe hinaus Rechenschwierigkeiten bestehen, so erhält der Jugendliche auch in der Sekundarstufe I eine individuelle Förderung, die in einem Förderplan dokumentiert und evaluiert wird. Im Gegensatz zur Grundschulzeit kann allerding hier kein Nachteilsausgleich gewährt werden, da eine Förderung mit abweichenden Lernzielen in der Sekundarstufe I im Zeugnis dokumentiert werden muss. Diese Dokumentation begründet sich in der Eigenschaft des Zeugnisses als Urkunde. 

Wir Freie Demokraten setzen uns für eine individuelle Förderung aller Kinder ein. Das Wohl des Kindes muss im Mittelpunkt stehen und nicht allgemeine gesellschaftliche Vorgaben. 

2. Wie kann auch für Kinder und Jugendliche mit Lernstörungen eine Chancengleichheit im Bildungssystem erreicht werden (z. B. durch Lerntherapie in der Schule)?

Für uns Freie Demokraten ist es wichtig, dass auch Kinder und Jugendliche mit einer Lernstörung die optimalen Rahmenbedingungen vorfinden. Dies bedeutet zum einen, dass es genug Erzieherinnen und Erzieher geben muss, die fachlich qualifiziert sind, die Defizite und Bedarfe zu erkennen und individuell darauf eingehen zu können. Diese Unterstützung darf sich nicht nur auf den frühkindlichen Bildungsweg beziehen, sondern muss auch in der Schulzeit von den Lehrerinnen und Lehrern weiter getragen werden. In Hessen beispielsweise steht Lehrkräften und Schulen eine schulpsychologische Unterstützung zur Verfügung. Weiterhin ist für jede Schule ein Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) zuständig. Diese sonderpädagogische Unterstützung beraten die Lehrkräfte auch im Hinblick auf Fördermöglichkeiten und die Anwendung des Nachteilsausgleiches. So soll sicher gestellt werden, dass die Kinder und Jugendliche durch qualifiziertes Personal unterstützt werden, um ihnen so Chancengleichheit zu gewähren. Schließungen von Förderschulen halten wir für einen Fehler, da dies oft nicht dem Kindeswohl dient. 

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