Wahlprüfsteine von "Global Kitesports Association"

Fragen:

1. Welchen Stellenwert hat für Ihre Partei der Wassersport/ der Wassertourismus in Deutschland?

Der Sport im und auf dem Wasser erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit und auch der Wassersporttourismus erfährt derzeit einen Boom. Die diversen Möglichkeiten auf Deutschlands Freigewässern und künstlich geschaffener Wasserinfrastruktur bieten vielen Bürgerinnen und Bürgern die Chance der sportlichen Betätigung, aber auch der Entspannung, des sozialen Austausches und der inneren Einkehr. Deswegen begrüßen wir Liberalen das Engagement all derer, die einen Beitrag dazu leisten, das attraktive Angebot vorzuhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.  

2. Als wie bedeutsam erachtet Ihre Partei den Wassersport für den Tourismus und für die Attraktivität als Studien-, Ausbildungs- und Wohnort für (junge) Menschen?

Sport spielt bei der Ausgestaltung der Freizeit der Bürgerinnen und Bürger eine zunehmend wichtige Rolle. Deswegen kann es auch nicht verwundern, dass er für die Attraktivität touristischer Destinationen von Bedeutung ist und sogar die Wahl des Wohnortes beeinflussen kann. Der geografische Bezug ist insbesondere bei Sportarten relevant, die eine besondere Infrastruktur oder natürliche Bedingungen für die Ausübung voraussetzen. Naheliegend, dass diese Vorbedingungen für den Wassersport von großer Relevanz sind. 

Städte und Gemeinden können sich mit ihrem besonderen Angebot – sei es die Nähe zur Küste oder das Vorhandensein von Frei-, Sommer- und Hallenbädern – einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Neben Marketingmaßnahmen sind natürlich Investitionen in die Infrastruktur vonnöten, um sich als Kommune entsprechend positiv abheben zu können.  

3. Wenn Ihre Partei, in der nächsten Legislaturperiode für Wirtschaft und Tourismus zuständig wäre. Wie würden Sie den Wassertourismus fördern?

Die Tourismuswirtschaft ist eine der wichtigsten deutschen Wachstumsbranchen und ein signifikanter Innovationstreiber. Dies spiegelt sich entsprechend in einer direkten Bruttowerschöpfung von über 105 Milliarden Euro und rund 2,9 Millionen Arbeitsplätzen wider. Deutschland verfügt über rund 10.000 Reisebüros und 2.500 Reiseveranstalter. Gleichzeitig liegt die Reiseintensität der Bevölkerung mit 76,8 Prozent im internationalen Vergleich auf sehr hohem Niveau.

Damit die deutsche Tourismuswirtschaft – diese schließt den Wassertourismus entsprechend ein – auch künftig ihre Spitzenstellung behaupten kann, muss dafür gesorgt werden, dass die politischen und rechtlichen Vorgaben sowie die fiskalischen Lasten nicht weiter anwachsen. Insbesondere die unter dem Vorzeichen des Verbraucherschutzes verabschiedeten Auflagen haben der Branche schwer zugesetzt. Wir Freie Demokraten werden uns dafür einsetzen, dass sich die Unternehmen wieder auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können und hierfür die entsprechenden wirtschaftlichen und rechtlichen Anpassungen vornehmen.

4. Große Teile Deutschlands haben bereits einen Schutzstatus (NSG, NTP, BIO, NP, LSG), in dem ein Miteinander von Natur und Nutzungen durch den Meschen realisiert ist. Würde Ihre Partei im Falle einer Regierungsbeteiligung den Wassersport und hier explizit das Kitesurfen über das bestehende Maß hinaus weiter einschränken?

Wir Freie Demokraten folgen im Naturschutz dem Leitsatz „Schützen durch Nützen“ und betrachten den Trend zu immer weiter reichenden Unterschutzstellungen ebenfalls mit erheblicher Skepsis. Abgesehen von den Meeresgebieten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone fällt die Ausweisung naturschutzrechtlicher Schutzgebiete in die Hoheitsrechte der Länder, so dass der Bund dies nicht beschränken kann. Unsere FDP-Landtagsfraktionen beziehen gegen pauschale Nutzungsverbote jedoch in der Regel entschieden Position.

5. Sollte das Kitesurfen an der Nordsee und Ostsee räumlich und/oder zeitlich über die bestehenden Naturschutzzonen hinaus eingeschränkt werden?

Nein. Wie oben dargestellt lehnen wir Freie Demokraten ideologische und pauschalisierende Nutzungsverbote ab. Entsprechende Beschränkungen sollten erstens auf ausgewiesene Schutzgebiete begrenzt bleiben und zweitens auch innerhalb ausgewiesener Schutzgebiete anhand des jeweiligen in der Schutzgebietsverordnung festgelegten Schutzzweckes begründbar sein.

6. Kitensurfen ist eine emissionsfreie und zukünftig olympische Sportart. Sollte diese gegenüber gleichartigen Wassersportarten wie z.B. kanufahren, windsurfen und segeln gleichbehandelt werden?

Wir Freie Demokraten halten die Förderung des Breiten- und Spitzensports in Deutschland gleichermaßen für wichtig. Hierzu gehört auch, dass es grundsätzlich nicht entscheidend für die Unterstützung sein sollte, wie viele Menschen die jeweilige Sportart betreiben. Im Rahmen des Möglichen und natürlich des rechtlich Zulässigen muss es jedem überlassen sein, "seine" Sportart betreiben zu können. Aus diesem Grund haben wir Freie Demokraten uns bereits in den vergangenen Monaten für die Kitesurfer eingesetzt und beispielsweise in den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein versucht, mit entsprechenden Initiativen Verbote abzuwehren. Wir sprechen uns dafür aus, Kitesurfen ebenso zu behandeln, wie dies bei anderen Wassersportarten der Fall ist. Dort, wo es zu Nutzungskonflikten kommt, gehen wir fest davon aus, dass dies im Einvernehmen miteinander zu lösen sein wird, ohne dass es staatlicher Maßnahmen "mit der Brechstange" bedarf.

zur Übersicht der Wahlprüfsteine