Wahlprüfsteine von "Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF)"

Fragen:

Laut dem Klimaschutzplan 2050 leistet die stoffliche Holzverwendung einen positiven Beitrag zum Klimaschutz. Wie möchte Ihre Partei die Verwendung von Holz in Zukunft in diesem Sinne fördern?

Holz ist der wichtigste nachwachsende Rohstoff in Deutschland. Seine rohstoffliche und energetische Nutzung ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands. Die Forst- und Holzwirtschaft kann entscheidend für die Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raumes beitragen. Dazu müssen die besonderen klimaschützenden Beiträge der nachhaltigen Waldbewirtschaftung angemessen gewürdigt werden.

Die großen Holzvorräte in unseren Wäldern haben ein hohes Nutzungspotenzial. Die Nutzung von Holz im Bau sowie für die Herstellung von Möbeln, Zellstoff, die Erzeugung von Wärme und Strom aus Rest- und Durchforstungsholz liefert einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und stärkt gleichzeitig die regionale Wirtschaft. Holz ist ein wichtiger Werkstoff, um Gewichtseinsparungen zu realisieren und damit zur Energieeinsparung beizutragen. Der stärkeren Kaskadennutzung, einschließlich einer ideologiefreien Gesamtbetrachtung, die auch die CO2 -Speicherung bzw. -Vermeidung bei der Herstellung und Verwendung von Holzprodukten berücksichtigt, kommt hier eine entscheidende Bedeutung zu.

Produktive, arten- und vorratsreiche Wälder sind der beste Beitrag zu Wertschöpfung, Natur- und Klimaschutz. Wir stehen zur Weiterentwicklung der multifunktionalen Forstwirtschaft und einem integrativen Waldnutzungsmodell. Dies bedeutet, dass wir Freie Demokraten die Produktion von Holz mit dem Natur- und Artenschutz, dem Grundwasser- und Klimaschutz kombinieren wollen.

Welche Rolle spielt der klimafreundliche nachwachsende Rohstoff Holz in der Baupolitik Ihrer Partei im Allgemeinen?

Der Baustoff Holz hat viele Vorteile, nicht nur technischer und ökologischer Natur. In Bauordnungen kann er daher aus unserer Sicht gleich gestellt werden. Die Entscheidung über die Verwendung werden letztendlich die Kunden treffen. Dazu muss aber auch das Angebot stimmen. Einschränkungen für Waldbesitzer und die holzverarbeitende Industrie, insbesondere im Bereich eines ideologiegetriebenen und unverhältnismäßigen Naturschutzes, lehnen wir daher ab.

Wird sich Ihre Partei für die rechtliche Gleichstellung des Holzbaus auf allen Ebenen des Bauordnungsrechts (so bspw. im Rahmen der Musterbauordnung wie auch der Landesbauordnungen) einsetzen?

Ja, wir Freie Demokraten treten für eine rechtliche Gleichstellung des Holzbaus ein. Das stellen wir überall dort unter Beweis, wo wir diesbezüglich in Verantwortung stehen.

Plant Ihre Partei bei der Förderung der Energieeffizienz im Bauwesen sowie zum Einsatz von erneuerbaren Energieträgern gesamtkommunale oder auch quartiersbezogene Maßnahmen?

Wir Freie Demokraten lehnen einen Zwang zum Einsatz bestimmter Energieträger oder Baustoffe auf kommunaler Ebene ab. Vielmehr setzen wir auf Technologieoffenheit, so dass je nach Rahmenbedingungen die Technologien und Rohstoffe zum Einsatz kommen, die wirtschaftlich sind und im Sinne des Klimaschutzes am besten zum Zweck der Baumaßnahmen passen. Nicht der Staat soll entscheiden, sondern die Bürger, also die Bauherren, sollen selbstverantwortlich wählen dürfen, welche Baustoffe sie nutzen wollen. Dadurch haben alle Marktanbieter eine faire Chance, ihre Leistungen bedarfsgerecht anzubieten. Angesichts der Wohnungsnot in vielen Städten dürfen zu Anforderungen an Klimaschutzvorgaben nicht zu einem weiteren Anstieg der Baukosten führen. Wohnen und Bauen muss bezahlbar bleiben, auch für Normalverdiener.

Wird Ihrerseits eine Fortschreibung der Energieeinsparverordung (EnEV) bzw. des Gebäude-Energie-Gesetzes (GEG) angestrebt und dabei die Reduzierung von CO2-Emmissionen aufgrund der Verwendung von Holzprodukten im Sinne einer Kaskadennutzung, als CO2-Speicher bzw. als Substitutionseffekt, berücksichtigt?

Wir sprechen uns gegen eine weitere Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) aus. Durch eine weitere Erhöhung der energetischen Standards würden auch die Kosten für den Bau von Wohnungen weiter steigen, was angesichts der akuten Not an bezahlbaren Wohnraum in vielen Städten absolut kontraproduktiv wäre. Wir wollen neuen Wohnraum schaffen und deshalb muss Bauen bezahlbar bleiben. Im Sinne des Klimaschutzes setzen wir außerdem auf die Stärkung des Emissionshandels generell und lehnen spezifische staatliche Einzeleingriffe, beispielsweise durch eine weitere Verschärfung der EnEV, aus Gründen eines systematischen Ansatzes ab. Solche Maßnahmen machen den Klimaschutz in der Regel nur unnötig teuer und führen zu Fehlanreizen. 

Wird Ihre Partei die Schaffung von Wohneigentum fördern? Durch welche Maßnahmen wollen Sie insbesondere Familien dabei unterstützen? Sollen Ihrer Meinung nach bei der Förderung von Wohneigentum auch Umweltaspekte (z.B. Reduktion von CO2-Emmissionen), Rückbaufähigkeit und Recyclebarkeit berücksichtigt werden?

Wir Freien Demokraten wollen eine Entlastung der Bürger beim Erwerb von Wohneigentum. Wir planen, bei der Grunderwerbsteuer einen Freibetrag von bis zu 500.000 Euro für natürliche Personen einzuführen. Denn die Steuertreiberei der Bundesländer macht es Familien aus der Mittelschicht fast unmöglich, Wohneigentum zu erwerben. Der Freibetrag soll für den Erwerb von Wohnimmobilien durch natürliche Personen gelten. Erst darüber kommt es zur Entstehung der Steuer. Dies ist notwendig, weil seit 2006 die Grunderwerbsteuerlast deutlich gestiegen ist, was vielen den Erwerb der eigenen Immobilie erschwert. Einige Bundesländer haben seitdem ihren Grunderwerbsteuersatz sogar fast verdoppelt: von dreieinhalb auf sechseinhalb Prozent. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro fallen dort dann fast 20.000 Euro zusätzlich für die Grunderwerbsteuer an. Mit dem vorgeschlagenen Freibetrag würde die Grunderwerbsteuer in diesem Fall auf null sinken, also gar nicht anfallen. Dadurch wollen wir es den Menschen erleichtern, ihren Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung zu verwirklichen und zugleich für das Alter vorzusorgen. Denn wer im Alter keine Miete zahlt, hat mehr Freiräume. Unser Ziel ist es zudem, Eigentümern eine energetische Sanierung unbürokratisch zu erleichtern. Steuerliche Anreize halten wir dazu für ein geeignetes Instrument.

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