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Umweltschutz ist Bürgerrecht

40 Jahre Blauer Engel

Happy Birthday Blauer Engel! Das erste und erfolgreichste Umweltzeichen der Welt feiert 40-jähriges Jubiläum. Seinen Ursprung hat der "Blaue Engel" in dem umweltpolitischen Elan von Hans-Dietrich Genscher, der als damaliger Bundesinnenminister die Grundlagen für eine umsetzbare Umweltpolitik geschaffen hat. Er folgte dem Motto "Umweltschutz ist Bürgerrecht". 1971 beschloss die Bundesregierung auf Genschers Initiative hin ein erstes Umweltprogramm, im gleichen Jahr begann der "Sachverständigenrat für Umweltfragen“ mit seiner Beratungstätigkeit. 1974 wurde das Umweltbundesamt gegründet, das Genscher seit Anfang der 1970er Jahre gefordert hatte. Eingeführt wurde das weltweit erste Umweltsiegel schließlich 1978 - vom damaligen FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum.

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Dem couragierten Engagement Hans-Dietrich Genschers fühlen wir uns nach wie vor verpflichtet. Wir Freie Demokraten meinen:

1) Ökologische Ziele erreichen wir am besten, wenn wir die Kreativität der Menschen anregen. Die besten Verfahren sollen sich im Wettbewerb duchsetzen.  

2) Wir wollen Umweltschutz zu einer Selbstverständlichkeit machen: Für den Staat, für die Wirtschaft, aber auch für jede einzelne Bürgerin und jeden einzelnen Bürger. Deshalb muss Umweltschutz praktikabel sein, und verschiedene Interessen berücksichtigen. Die Instrumente sind für uns deshalb nicht Ideologie und Moral, sondern Augenmaß und Verstand.

3) Wir Freie Demokraten setzen auf „blaues“ Wachstum, weil Ökologie und Wachstum sich nicht ausschließen müssen. Wir wollen Klima, Umwelt und Ressourcen intelligent schützen – durch innovative Technologien und effektive Produktionsprozesse. Es geht nicht nur darum, weniger wegzuwerfen, sondern auch darum, mehr wiederzuverwenden. Das eröffnet gerade Schwellenländern bessere Chancen. Und Afrika könnte mit unserer Hilfe zum Kontinent des blauen Wachstums ohne Ressourcenverbrauch werden.

Blaues Wachstum

"Blaues Wachstum“ wurde als Gegenbegriff zur vielzitierten "Green Economy“ in das Grundsatzprogramm der FDP, die "Karlsruher Freiheitsthesen", aufgenommen: Er soll Innovation und technischen Fortschritt ganzheitlich betrachten. Umweltschutz und gesellschaftlicher Fortschritt durch Technologie. Blaues Wachstum steht dafür, mit Ideen und Optimismus in die Zukunft zu schauen und problemlösungsorientiert zu denken – Pragmatismus und Zuversicht in einer turbulenten Zeit.

Den Klimawandel zu bekämpfen und die Umwelt zu erhalten, sei eine Aufgabe, die die Menschheit nur in Zusammenarbeit erreichen kann, meint auch FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner:

"Fahrverbote, E-Auto-Quote und neun Gigawatt weniger Braunkohle: Der deutsche Klimanationalismus bremst nicht die Erderwärmung, sondern nur das wirtschaftliche Vorankommen der Menschen. Wir können viel mehr sparen, wenn wir global handeln."
Christian Lindner

Umweltschutz als Bürgerrecht

Warum Hans-Dietrich Genscher den Umweltschutz als Bürgerrecht ansah? Das beschrieb er schon 1970 im Deutschen Bundestag. Er erklärte: "Nichts Geringeres als die Würde des Menschen wird durch die Zerstörung und Schädigung seiner Umwelt angetastet.“ Die Menschenwürde sei getroffen, wenn der Mensch zum "wehrlosen Objekt seiner Umwelt" werde. Er forderte seine Landsleute auf, beim Umweltschutz eine Vorreiterrolle zu übernehmen, auch weil er bereits die ökonomischen Potentiale einer fortschrittlichen Umweltpolitik sah.

Und er brachte auch seine Partei dazu, auf diesem Feld voranzugehen: Als erste beschlossen die Liberalen in ihren "Freiburger Thesen“ 1971 umfangreiche umweltpolitische Grundsätze. Gleichwohl scheuten sein Ministerium und er die Auseinandersetzung mit Wirtschaftsvertretern in der Frage nicht. Schließlich handele es sich beim Umweltschutz um "eine Sache des Gemeinwohls, dem man zu dienen hat".

Zeitgleich wirkte der damalige Bundesinnenminister auf eine internationale Zusammenarbeit hin. Das Eintreten für eine gemeinsame internationale Anstrengung in der Umweltpolitik war Genschers erste Aktivität auf internationalem Parkett. "Es ist kaum ein Sachgebiet denkbar, bei dem internationale Zusammenarbeit so sehr geboten ist, wie beim Umweltschutz", führte Genscher etwa vor dem New Yorker Rotary-Club Anfang 1971 aus.

Blauer Engel

Der Blaue Engel ist heute ein Qualtitätszeichen für Menschen, die energieeffiziente, gesundheitsschonende und langlebige Produkte einkaufen möchten. Das von Genscher in Deutschland initierte Umweltsiegel befindet sich auf etwa 12.000 Produkten von mehr als 1.500 Herstellern - angefangen von Shampoos und Putzmitteln bis hin zu Spielzeug und Polstermöbeln. Auch auf zahlreichen Elektrogeräten und Bauprodukten wie etwa Mobiltelefonen, Wasserkochern oder Wandfarben findet sich das Umweltzeichen.

Die Kriterien für die Vergabe werden regelmäßig überprüft und können verschiedene Anforderungen beinhalten. So müssen z.B. Drucker und Kopierer ressourcenschonend und geräuscharm funktionieren. Lacke oder Dichtstoffe werden daraufhin getestet, dass sie schädliche Substanzen für Umwelt oder Gesundheit vermeiden oder auf ein Mindestmaß beschränken.