LV Hamburg
Kein deutsches Geld für Kinderehen: Druck auf die irakische Regierung erhöhen
Die FDP fordert die Bundesregierung dazu auf, folgende Maßnahmen zu ergreifen:
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In Zusammenarbeit mit europäischen Partnern und
Menschenrechtsorganisationen diplomatischen Druck auf die irakische
Regierung auszuüben, um das Gesetz zu reformieren. -
Prüfung, neu zugesagte Fördergelder mit der Achtung der Menschenrechte,
insbesondere von Frauen- und Kinderrechten zu verknüpfen, und
gegebenenfalls Einfrieren dieser Finanzhilfen. -
Falls diese Maßnahmen nicht erfolgreich sind, Sanktionen gegen
Verantwortliche und religiöse Führer, die für die Gesetzgebung
verantwortlich sind.
Im Januar 2025 hat das irakische Parlament einen Gesetzesentwurf angenommen, mit
dem das Personenstandsrecht dergestalt verändert wird, dass irakische Bürger
entscheiden können, ob sie ihre Personenstandsfragen nach religiösen oder
zivilrechtlichen Kriterien regeln wollen. Damit wird die bislang geltende
staatliche Gesetzgebung, die Gleichberechtigung für Männer, Frauen und Kinder
garantiert, durch islamische Verordnungen ersetzt, was Missbrauch und
Menschenrechtsverletzungen Tür und Tor öffnet.
Da einige schiitische islamische Geistliche im Irak die Ehe für Mädchen ab neun
und für Jungen ab 15 Jahren gutheißen, bedeutet dieses Gesetz einen enormen
Eingriff in die Grundrechte und das Recht auf körperliche Unversehrtheit für
Millionen irakischer Kinder und Jugendliche.
Tausende haben dagegen protestiert.
Schiitische und sunnitische Geistliche sollen bis Ende Mai entsprechende
Regelungen für ihre jeweilige Religionsgemeinschaft festlegen, die nur noch vom
irakischen Parlament beschlossen werden müssen.
Deutschland gehört zu den größten internationalen Gebern im Irak und hat seit
2014 mehr als drei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Im Sommer 2024 sagte
das BMZ dem Irak weitere bis zu 117,7 Mio. Euro Entwicklungshilfe zu.
Menschenrechtsverletzungen dürfen jedoch nicht mit deutschen Steuergeldern
belohnt werden.
Begründung
Erfolgt mündlich.