Kitas öffnen, Eltern unterstützen

Kind auf Dreirad
11.05.2020

Seit Schulen und Kitas Mitte März geschlossen wurden, geht ein Teil der Kinder in die Notbetreuung. Viele Eltern belastet es zunehmend, liebevoll für ihre Kinder da zu sein und gleichzeitig im Homeoffice zu arbeiten. Das bringt auch die engagiertesten Eltern an ihre Belastungsgrenze. Und es gibt weitere Probleme. Jedes fünfte Kind ist von Armut gefährdet. Daneben ist Chancenarmut ein großes Problem. Der einzige Ausweg ist Bildung. Vor diesem Hintergrund fordert FDP-Chef Christian Lindner Bund und Länder auf, schnellstmöglich für die Öffnung der Kitas zu sorgen. "Das sind wir Kindern wie auch Eltern schuldig.

"Die Bekämpfung des Virus darf nicht einseitig zu Lasten von Kindern und Eltern gehen." Kinder brauchten den Kontakt zu Gleichaltrigen. Sie fielen sonst in ihrer Entwicklung zurück. Für Mütter und Väter sei die Kleinkindbetreuung neben dem Homeoffice enorm herausfordernd. Sie brauchten hier Entlastung. "Ohne Kita-Öffnung werden wir auch wirtschaftlich nicht wieder auf die Beine kommen", warnt Lindner.

Leider sei wertvolle Zeit vertan worden, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "die Kita-Öffnung ausgebremst hat". Schon in der vorvergangenen Woche hätten Bund und Länder die Öffnung vorbereiten können. "Konzepte lagen auf dem Tisch, deren Beratung aber wurde vertagt." Die FDP machte im Bundestag konkrete Vorschläge. "Dazu zählen zeitversetzte Betreuung, Hygienestandards, Schnelltests für Mitarbeiter und eine wissenschaftliche Klärung der Frage, welches Ansteckungsrisiko von kleinen Kindern überhaupt ausgeht", so Lindner.

Dafür, dass auch die Kitas Schritt für Schritt und mit klaren Konzepten wieder für mehr Kinder öffnen, hat sich auch NRW-Familienminister Joachim Stamp bundesweit intensiv in den letzten Wochen eingesetzt. Er hat einen Plan vorgelegt, der dafür sorgt, dass Kinder schrittweise wieder an frühkindlicher Bildung teilnehmen können und Familien etwas Entlastung erfahren. Der Vize-Ministerpräsident kritisierte die Bundesregierung. Die Familienminister der Bundesländer hätten bereits in der vergangenen Woche einstimmig ein Kita-Öffnungskonzept vorgelegt. Das Kanzleramt habe das Papier zunächst nur zur Kenntnis genommen. Dadurch habe man "eine ganze Woche verloren". Das sei ein falsches Signal vom Bundeskanzleramt" gewesen, so Stamp.

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