Kein Mindestpreis für Fleisch, stattdessen verbindliche Kriterien für artgerechte Haltung

Schweine im Stall
22.05.2020

In immer mehr Fleischbetrieben bricht das Coronavirus aus. Das sorgt für heftige Debatten um die Produktionsbedingungen sowie um die günstigen Fleischpreise in Deutschland. Grünen-Chef Robert Habeck etwa fordert einen Mindestpreis für Tierprodukte. Für FDP-Präsidiumsmitglied Volker Wissing ist klar: "Kein Schwein, kein Rind, kein Huhn wird in Deutschland artgerechter gehalten, wenn die Grünen einen staatlichen Mindestpreis vorschreiben wollen. Wir brauchen klare verbindliche Kriterien für eine artgerechte Haltung, diese müssen in ein transparentes Tierwohllabel einfließen, damit die höheren Preise auch dort ankommen, wo sie wirklich zu mehr Tierschutz führen können: Bei der tierhaltenden bäuerlichen Landwirtschaft."

Wissing, der auch rheinland-pfälzischer Landwirtschaftsminister ist, findet es bedauerlich, "dass die Grünen ausgerechnet beim Thema Tierschutz lieber auf wenig durchdachte Schnellschüsse als auf echte Lösungsansätze setzen". Die höheren Preise kämen nicht bei den Bauern an und würden daher auch nicht in tiergerechtere Haltungsformen fließen, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit von Supermärkten und Schlachthöfen abgeschöpft werden. Er sieht schlichtweg keinen Bedarf für ein solches Subventionsprogramm für Tierfabriken. "Wer Tierschutz will, muss Tierschutz verbindlich einfordern", sagt das FDP-Präsidiumsmitglied.

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Bundesvorstandsmitglied Pascal Kober fordert schärfere Kontrollen der Arbeitsbedingungen und warnte in der Welt davor, dass Haltung und Schlachtung von Tieren auch ins Ausland abwandern könnten. "Wenn das Fleisch für Durchschnittsverdiener nur noch importiert wird, dann hat man dem Tier- und Arbeitsschutz keinen Dienst erwiesen", so Kober.

Für FDP-Präsidiumsmitglied Frank Sitta ist klar: "Vor allem Menschen mit geringem Einkommen würden belastet und die zusätzlichen Steuereinnahmen würden schneller beim Fiskus versickern, als sie bei den Landwirten und somit auch den Tieren ankommen. Für das Tierwohl wäre also wenig erreicht. Wir dürfen nicht vergessen: Der sozialen Marktwirtschaft haben wir es zu verdanken, dass die Currywurst oder der Sonntagsbraten nicht nur einer kleinen Bevölkerungsgruppe, sondern der breiten Gesellschaft schmecken darf." Die  Politik müsse für fairen Wettbewerb mit klaren Regeln sorgen.

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