DÜRR: Europa muss jetzt klar und geschlossen auftreten
Zu den US-Ansprüchen auf Grönland erklärt der FDP-Bundesvorsitzende Christian Dürr:
„Europa muss jetzt klar und geschlossen auftreten. Wir Europäer müssen selbstbewusst deutlich machen, dass wir zu den unveränderlichen Grenzen und zur liberalen Weltordnung stehen und diese stärken müssen. Genauso klar müssen wir gegenüber den USA deutlich machen, dass Androhungen von Gewalt oder militärische Mittel zur Übernahme von Ländern und Landesteilen gegen diese Rechtsordnung verstoßen. Es ist richtig, dass die Europäer an der Seite Grönlands und Dänemarks stehen. Wenn die USA Sicherheitsbedenken im arktischen Raum anführen, weil Russland und China Ansprüche auf Bodenschätze erheben, müssen diese im NATO-Bündnis und mit den europäischen Partnern diskutiert werden und nicht gegen sie. Kanzler Merz und Außenminister Wadephul müssen darüber hinaus jetzt intensiv den Kontakt mit weiteren Stimmen in der US-Administration und bei den Republikanern suchen.
Der Konflikt um Grönland ist jedoch weitaus mehr als eine territoriale Frage, denn er steht sinnbildlich für die Frage nach der grundsätzlichen Rolle Europas in der Welt. Ein Grund dafür, dass Deutschland und Europa geopolitisch derart an Gewicht verloren haben, liegt vor allem darin begründet, dass wir wirtschaftlich nicht mehr erfolgreich sind. Nur wer wirtschaftlich stark ist, kann dies auch geopolitisch sein. Wir müssen daher alles dafür tun, wieder ein innovativer, wachstumsstarker Wirtschaftsraum zu werden. Dann wären wir absolut relevant.“