Pressemitteilung

TEUTEBERG-Gastbeitrag: Reformpflicht statt Dienstpflicht

Über die Dienstpflicht in Deutschland.

Die FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg schrieb für die „Rhein-Neckar-Zeitung“ (Freitag-Ausgabe) den folgenden Gastbeitrag:

Die Forderung nach einer allgemeinen Dienstpflicht passt nicht zum freiheitlichen Menschenbild und Staatsverständnis unserer Verfassung. Politische Versäumnisse und Personalmangel rechtfertigen nicht einen gravierenden Eingriff in das Leben junger Menschen. Wir brauchen eine Reformpflicht für die Große Koalition statt einer Dienstpflicht.

Dass junge Menschen zum Dienst an der Gesellschaft gezwungen werden müssten, ist ein Mythos. Nicht zuletzt der Freiwilligen-Survey der Bundesregierung zeigt, dass gerade sie sich überdurchschnittlich engagieren. Da braucht es keinen Zwang, sondern Unterstützung. Wer zum Beispiel im Studium etwas dazuverdient und abends noch die Jugendmannschaft seines Vereins trainiert, dessen Aufwandsentschädigung sollte nicht auch noch besteuert werden.

Besonders unverschämt ist der versteckte Vorwurf jungen Menschen gegenüber, die sich direkt nach der Schule für einen Beruf entscheiden. Frühe Berufseinsteiger sind aber keine Egoisten, sondern Anpacker, die Applaus verdienen – und die wir in diesem Land dringend brauchen. Wir sollten den Start ins Berufsleben erleichtern, statt ihn weiter zu verzögern. Sonst werden manche Probleme noch verschärft, die die Dienstpflichtbefürworter zu lösen vorgeben.

Auch für Pflegeeinrichtungen ist ein Pflichtjahr keine Lösung. Denn qualifizierte Fachkräfte gewinnen wir nicht durch Zwang, sondern durch bessere Bezahlung, Ausstattung und vor allem gesellschaftliche Anerkennung. Dass die Große Koalition hier versagt und wichtige Reformen versäumt hat, dafür dürfen jetzt nicht junge Menschen mit ihrer Lebenszeit bezahlen müssen. Stattdessen ist die Bundesregierung in der Pflicht, ihre Hausaufgaben zu machen.

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