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Das Multitalent Wasserstoff

Das Multitalent Wasserstoff

Wasserstoff ist eine der wichtigsten und spannendsten Möglichkeiten, um den Ausstieg aus der fossilen Energie schnell und wirtschaftlich zu gestalten. Sein großer Vorteil ist, dass er auch mit regenerativer Energietechnik gewonnen werden kann und bei seiner Verbrennung – neben geringen Mengen an Stickoxiden – wieder Wasser entsteht. Wasserstoff trägt daher nicht zum Treibhauseffekt bei.

Gleichzeitig ist Wasserstoff ein echtes Multitalent: Es kann nicht nur als Treibstoff im Verkehrssektor verwendet werden, sondern auch als Zwischenspeicher für erneuerbar erzeugten Strom oder auch als Ersatz für Erdgas.

Als Brennstoff, Grundstoff in der chemischen Industrie oder sogenannter „Reduktionsagent“ in der Stahlproduktion kann er einen wichtigen Beitrag leisten, um in der Industrie das fossile Zeitalter zu beenden. „Bereits mit einem Drittel Wasserstoff und zwei Dritteln Erdgas können wir gegenüber der heute verwendeten Technologie zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen“, sagt beispielsweise Volker Hille, Leiter Corporate Technology bei der Salzgitter AG.

Klima schützen durch wasserstoffbasierte Anwendungen - in nahezu allen Bereichen möglich

Ob als Treibstoff im Verkehr oder als Energielieferant zur Strom- und Wärmeerzeugung: Wasserstoff ermöglicht den Einsatz als erneuerbarer Energieträger in vielen Bereichen:

Verkehr

  • Umsetzung in einer Brennstoffzelle zum Antrieb von Autos: In einer elektrochemischen Reaktion aus Wasserstoff mit einem Oxidationsmittel (z. B. Sauerstoff) entstehen Strom, Wärme und Wasser. Schon heute wird diese Technologie testweise in allen Verkehrsträgern eingesetzt.
  • Verbrennung synthetischer Kraftstoffe (statt Benzin oder Diesel) in einem Verbrennungsmotor.
  • Nutzung als Treibstoffkomponente in Raketen.

Energiewirtschaft und Gebäude

  • Brennstoffzellen-Heizung zur Erzeugung von Wärme und Strom in Gebäuden (sog. Kraft-Wärme-Kopplung, KWK).
  • Wasserstoff kann mit einem Anteil von fünf bis zehn Prozent in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden und somit fossiles Gas teilweise verdrängen. Ein Projekt in Leeds, der drittgrößten Stadt des Vereinigten Königreichs, untersucht, ob sich das Erdgasnetz der Stadt vollständig auf Wasserstoff umstellen lässt.
  • Die Stromnetzbetreiber Amprion und Tennet planen mit ihren jeweiligen Partnern Projekte, um Überschussstrom aus erneuerbaren Energien mittels Elektrolyse in Wasserstoff umzuwandeln und somit speicherbar zu machen.
  • Verbrennung synthetischer Kraftstoffe (statt fossilen Erdgases) in einer Gasturbine zur Erzeugung von Strom und Wärme.

Industrie

  • Wasserstoff als Reduktionsmittel in der Stahlherstellung: Nahezu alle großen Stahlhersteller forschen an Möglichkeiten, den Einsatz von CO2-intensivem Koks bei der Eisenerzverhüttung durch Wasserstoff zu reduzieren.
  • Wasserstoff als alternativer Rohstoff in der chemischen Industrie: Heute wird z. B. der Wasserstoff zur Herstellung von Ammoniak, einem wichtigen Vorprodukt der Düngemittelindustrie, aus Erdgas (CH4) gewonnen. Dies könnte künftig durch grünen Wasserstoff aus Wasserelektrolyse ersetzt werden.
  • Raffinerien nutzen Wasserstoff zur Entschwefelung von Benzin und Diesel.

Förderung muss offen sein für alle technischen Lösungen

Für uns Freie Demokraten ist Wasserstoff ein Energieträger der Zukunft und ein Beitrag zum Klimaschutz. Wir setzen uns daher dafür ein, dass seine Möglichkeiten umfassend erforscht und erprobt werden – und so schnell wie möglich auch angewendet werden können. Das gilt in Deutschland, wo wir endlich eine technologieoffene Forschungsförderung brauchen, die auch Innovationen in diesem wichtigen Bereich stärker in den Blick nimmt. Und das gilt vor allem auch international: Gerade in sonnenreichen Staaten des Südens könnte Wasserstoff in großen Mengen zur Speicherung von Sonnenenergie genutzt und exportiert werden.

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