FDP macht sich für junge Gründer von Start-Ups stark

junges start-up-team
Jugendliche gründen immer häufiger Start-ups.
18.11.2020

Minderjährige Gründer sind in Deutschland selten. Dabei haben derzeit fast 70 Prozent der 16- bis 25-Jährigen in Deutschland vor, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. An der Durchführung hapert es dann aber. Denn für die Jugendlichen gilt: Wären die bürokratischen Hürden nicht so hoch und der Widerstand einiger Schulen nicht oftmals groß, dann gäbe es unter ihnen wohl noch mehr Gründer. FDP-Chef Christian Lindner kann ein Lied davon singen. Er wollte selbst als 17-jähriger eine PR-Agentur gründen. Beim Amtsgericht sei er damals "förmlich abgewimmelt worden", hat er dem Handelsblatt erzählt. Auch deshalb macht sich Christian Lindner für junge Gründer von Start-Ups stark. Der FDP-Chef fordert nun eine neue Rechtsform für Unternehmen. Eine sogenannte "Junior GbR“ als Testphase sollen Minderjährige ohne richterliche Zustimmung gründen können. Am Donnerstag berät der Bundestag nun erstmals über einen Antrag der FDP-Fraktion mit dem Titel "Mit Gründergeist aus der Krise – Neue Chancen für junge Unternehmen“.

Der Umsatz soll hierbei auf 10.000 Euro pro Jahr gedeckelt werden. Lindner meint: "Eigentlich müsste man von den Ämtern, den Industrie- und Handelskammern doch erwarten, dass sie junge Menschen mit großen Ambitionen auf besondere Weise betreuen, statt dass man ihnen ihre Vorhaben ausredet."

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Inhalt ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Die Freien Demokraten sind der Überzeugung: Gründer schaffen Zukunft. Wer mit Mut und Selbstbewusstsein, Ideen und Visionen umsetzt und ein Unternehmen gründet, verwirklicht nicht nur seine eigenen Ziele, sondern schafft auch Arbeitsplätze für andere. Start-ups bringen mit Innovationen Dynamik in die Wirtschaft. Sie sind unverzichtbar für Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit. Doch bei Politik und Gesellschaft scheint dies noch nicht angekommen zu sein: Bürokratie und fehlende Finanzierungsmöglichkeiten bremsen den Innovationsgeist aus.

Das lässt sich auch an folgender Zahl festmachen: Der Global Entrepreneurship Monitor erhebt weltweit die Zahl der Unternehmensgründungen in den einzelnen Ländern. Deutschland belegt dabei aktuell unter 33 vergleichbaren Nationen nur den 28. Platz. Christian Lindner will das ändern - vor allem auch für minderjährige Gründer. Unterstützung bekommt er dabei von dem Vorsitzenden von Network for Teaching Entrepreneurship Deutschland, Sven Ripsas. Der sagt im Handelsblatt: "Warum gibt es nicht eine Art Testphase für minderjährige Gründer, bevor der Bürokratieapparat zuschnappt – in Eigenverantwortung, mit einem monatlichen Freibetrag von 700 Euro und einem Mentor, der in Rechtsfragen das letzte Wort hat?“

Pilotprojekte an Hochschulen und Schulen

Den Behörden, die mit ihren hohen rechtlichen Hürden indirekt in Zweifel ziehen, ob Teenager die für den Betrieb eines kleinen Unternehmens erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen, schreiben die Freien Demokraten noch etwas ins Stammbuch: Wirtschaftliches Grundwissen kann man durch die flächendeckende Einführung eines Schulfachs "Wirtschaft“ schon in der Schule stärken.

Unterrichtspläne müssten Aspekte des Unternehmertums berücksichtigen, an Hochschulen und Schulen sollten entsprechende Pilotprojekte angestoßen werden. Die Freien Demokraten sind überzeugt: Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie könnten eine Chance für junge und mutige Unternehmensgründer sein. Es sei jetzt an der Zeit, den richtigen Nährboden für junge Gründer für die Zeit nach der Krise zu schaffen, so die Liberalen weiter.

Newsletter abonnieren