LV Sachsen
Digitale Souveränität und Cyber-Resilienz für Deutschlands Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Wir Freie Demokraten setzen uns für eine nachhaltige Stärkung der Cyber-
Resilienz sowie der digitalen Souveränität staatlicher Hochschulen ein. Diese
Maßnahmen sind essenziell für die Sicherstellung einer exzellenten Forschung und
Lehre. Dafür schlagen wir folgende Maßnahmen vor:
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Strategische Unabhängigkeit durch Open-Source und offene Standards: Wir
setzen uns dafür ein, dass bei der Digitalisierung der Hochschulen eine
Open-Source-First-Strategie verfolgt wird, um Abhängigkeiten von
proprietären Softwarelösungen zu vermeiden und Flexibilität zu garantieren.
Wenn proprietäre Software eingeführt wird, sind die Hochschulen
verpflichtet sicherzustellen, dass die Daten im europäischen Raum
gespeichert werden. Die Softwaresysteme der Hochschulen müssen offene
Standards und Formate unterstützen. -
Die Bundesregierung soll der Datensicherheit an den Hochschulen und
Forschungseinrichtungen eine deutlich höhere Priorität einräumen, um
Datensicherheitsrisiken durch Abhängigkeiten von proprietären Office- und
Collaboration-Lösungen zu reduzieren. -
Aufbau eines Cyber-Abwehrschirms: Es ist notwendig, die Hochschulen
effektiv vor Cyberangriffen zu schützen und sie in ihrer Resilienz zu
stärken. Dafür soll ein Security-Operations-Center (SOC) zum Schutz der
Hochschulen eingerichtet werden. Das SOC soll Cyberangriffe erkennen,
abwehren und kleinere Einrichtungen entlasten. -
Mitnutzung von sicheren Rechenzentren: Die Bundesregierung soll gemeinsam
mit den Bundesländern ein Konzept entwickeln, um die Mitnutzung zentraler
und sicher administrierter IT-Dienstleister durch kleinere Hochschulen zu
ermöglichen. Damit kann die Gefahr von Einfallstoren in die
wissenschaftliche Infrastruktur durch nicht ausreichend geschützte
hochschulinterne Systeme gesenkt werden. Dies fördert nicht nur die
Sicherheit, sondern ermöglicht auch eine Kostenersparnis durch Synergien.
Mit der Open-Source-First-Strategie soll die Unabhängigkeit der Hochschulen in Forschung und Lehre von einzelnen Softwareanbietern gewahrt werden. Falls dennoch auf proprietäre Software gesetzt werden muss, sollen die Hochschulen sicherstellen, dass die Daten ausschließlich in der EU gespeichert werden dürfen. In jedem Fall muss sichergestellt werden, dass die Softwaresysteme offene Standards und Formate unterstützen müssen. Dies dient dem offenen Austausch in der Wissenschaft und vermeidet Lock-in-Effekte.
Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, um die digitale Infrastruktur der universitären Bildungseinrichtungen in Deutschland zu schützen. Aktuelle Cyberangriffe zeigen, dass unsere Hochschulen unzureichend vor Bedrohungen geschützt sind, was die Forschung, die Lehre aber auch die Studierenden gefährdet. Durch den Cyber-Abwehrschirm und den Aufbau eines zentralen Landesrechenzentrums können Hochschulen sich eigenständig und effizient gegen Cyber-Bedrohungen wappnen.
Derzeit betreiben die Hochschulen oft jeweils eigene Rechenzentren mit eigenem Personal, Räumlichkeiten und IT-Infrastruktur. Systematische Kosten-Nutzen-Analysen für die aktuelle Situation der lokalen Rechenzentren an den Hochschulen fehlen bisher. Das vergleichbare IT-Dienstleistungen (wie z. B. E-Mail oder Telefonie) von jeder Hochschule lokal selbst erbracht werden, lässt den Schluss zu, dass diese historisch gewachsenen IT-Infrastrukturen nicht mehr zeitgemäß und effizient sein können. Zentralisierte Ansätze, wie beispielsweise in Thüringen oder in Bayern (LRZ) zeigen, dass durch Zentralisierung Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne zu erzielen sind, aber auch ein sicherer Betrieb besser gewährleistet werden kann im Vergleich zu lokalen Rechenzentren. Durch einen zentralen IT-Dienstleister (beispielsweise Landesrechenzentren) sollen IT-Dienste kostensparsamer, effizienter und sicherer für alle Hochschulen betrieben werden.
Security-Operations-Center (SOC) sind ein wesentliches Element für die Überwachung, Erkennung und Abwehr von Cyberbedrohungen. Ein SOC stärkt die Handlungsfähigkeit (Resilienz) der Hochschulen, schützt die Forschung sowie die Lehre und ermöglicht eine flexible und nachhaltige Nutzung von Ressourcen. Die größten Synergien sind möglich, wenn das SOC mit einem zentralen Landesrechenzentrum zusammengedacht wird.