Innovativer Klimaschutz zum Anfassen

Gemeinsam mit seinen Parteikollegen Michael Theurer, Lukas Köhler und Daniela Kluckert begab Christian Lindner sich in den Osten der Republik.
14.08.2019

Buchstäblich auf Tuchfühlung mit innovativem Klimaschutz ging der FDP-Bundesvorsitzende in dieser Woche. Gemeinsam mit seinen Parteikollegen Michael Theurer, Lukas Köhler, Daniela Kluckert und Torsten Herbst begab Christian Lindner sich in den Osten der Republik zu Start-ups, die an allerneusten Ideen zu innovativem Klimaschutz forschen – teils auch schon Produkte herstellen. Bei drei außergewöhnlichen Unternehmen verschaffte sich die Gruppe, begleitet von gut einem Dutzend Journalisten, ein Bild von technologieoffenen Ansätzen. "Es gibt auch andere Wege als Verbote und Verzicht“, erklärte Lindner die Position der Freien Demokraten in der Klimapolitik. In Brandenburg und Sachsen bekamen die Tourteilnehmer Beispiele zu sehen, die sich wie Zukunftsmusik anhören, aber im Hier und Jetzt spielen.

Bei der Firma Motion Tag in Potsdam erfuhren sie von einer Software, die flüssigen Verkehr ermöglicht und damit Stau, Umwege und schlussendlich unnötigen CO2-Ausstoß vermeidet. Über das Ziel einer Nahtlos-Fahrkarte, die den Reisenden über verschiedene Transportmittel von Tretrollern über Carsharing bis zum ÖPNV hinweg ein maßgeschneidertes Ticket zu einem passgenauen Preis anbieten soll, wurde berichtet. Fragen zu Implikationen für den Datenschutz ließen Politiker und Journalisten nicht aus, die Start-up Vertreter aber auch nicht unbeantwortet.

In Bestensee in Brandenburg drehte sich alles um den grünen Teppich des Waldes: das Moos. Aber bei der Firma „Green City Solutions“ muss das Moos von der Horizontalen in die Vertikale. Dann können verschiedene Moosarten in Kombination als sogenannte City Trees den Feinstaubgehalt in Innenstädten deutlich verbessern. Diese grünen Lungen sammeln auf natürlichste Weise kleinste Schmutzpartikel aus der Luft und filtern sie so. Der FDP-Chef ließ es sich nicht nehmen, das satte, feuchte grüne Geflecht zu streicheln.

Zwischen den Besuchen tauschten sich Pressevertreter und Politiker auf Busfahrten über die grundsätzlichen Positionen der Freien Demokraten zum Klimaschutz aus. Ziel der FDP ist die Einführung eines weltweiten Zertifikatehandels, kombiniert mit echter Technologieoffenheit. So wird von Anfang an ein CO2-Limit gesetzt und so sichergestellt, dass die Pariser Klimaziele in jedem Falle nicht verfehlt werden. Das will die FDP mit echter Technologieoffenheit kombinieren.

Zuletzt ging es zum wohl fortgeschrittensten der drei Start-ups, zu Sunfire nach Dresden. Die Firma stellt synthetische Kraftstoffe her, die es ermöglichen, herkömmliche Verbrennungsmotoren klimaneutral zu betreiben. Klar wurde, dass die Politik hier noch viel mehr tun muss, um faire Rahmenbedingungen für die innovativen Klimaschützer zu schaffen. "Gerade bei den synthetischen Kraftstoffen gibt es überhaupt nicht die Möglichkeit, sie in Fahrzeugen breit einzusetzen, weil sie nicht angerechnet werden auf die Grenzwerte bei Pkw“, nannte Lindner einen eklatanten Nachteil.

Überhaupt stünden neugegründete Unternehmen oft vor massiven bürokratischen Belastungen wie Zulassungsverfahren. Dazu kämen Hindernisse durch Steuern, Sozialabgaben und nicht zuletzt durch fehlendes Investitionskapital, so der FDP-Chef. Wenn Deutschland wirklich Gründerrepublik sein wolle, müssten die Rahmenbedingungen verändert werden.

Die ersten Echos auf die Reise lasen sich am Morgen darauf so, als hätte die Tour manchem die Ernsthaftigkeit der FDP beim Klimaschutz näherbringen können. Bei den Start-ups zeige Lindner, "dass er seine Hausaufgaben gemacht hat“, urteilte die Welt. "Mit präzisen Nachfragen offenbart er eine erstaunliche Kenntnis der Materie.“ Und in der Westdeutschen Zeitung hieß es: "Man muss dem Liberalen freilich lassen, dass er seinen Ansatz konsequenter als manch anderer verfolgt. Er will mit grüner Technologie den ,Horizont für neues Denken‘ öffnen.“

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