Neue Vorsitzende mit klarer Mission

Die FDP Thüringen hat eine neue Vorsitzende gewählt: Dorothee von Hoff will die Partei mit Gestaltungsanspruch und Ambition zurück in den Landtag führen.

Dorothee von Hoff mit Wolfgang Kubicki vor FDP-Banner.
Wolfgang Kubicki (rechts): „Auf 7 magere Jahre, sollten 7 fette Jahre für die Thüringer FDP folgen.“ © Dorothee von Hoff

Spannung auf dem Landesparteitag der FDP Thüringen am Wochenende: Die Freien Demokraten haben eine neue Vorsitzende. Dorothee von Hoff setzte sich am Samstag in Bleicherode im dritten Wahlgang mit 66 von 128 abgegebenen Delegiertenstimmen gegen den früheren FDP-Bundestagsabgeordneten Tim Wagner durch, der 61 Stimmen erhielt. Der zweite Wahlgang war aufgrund von Formfehlern für ungültig erklärt worden.

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Demokratie, Wirtschaft, Bildung: Von Hoffs Kurs

Was Dorothee von Hoff für diese Aufgabe mitbringt? Nach eigener Aussage „ein politischer Kopf und ein funktionierender liberaler Kompass“. Hoff bringt bereits Erfahrung aus dem Landesvorstand mit. Die 47-jährige Unternehmerin aus Erfurt wurde vor einem Jahr auf dem Landesparteitag als Beisitzerin in den Landesvorstand gewählt. Nun übernimmt sie den Vorsitz von Torsten Klöppel. Dieser hatte eine Woche zuvor angekündigt, aus persönlichen und zeitlichen Gründen nicht erneut anzutreten.

Die studierte Medienwissenschaftlerin will die Partei wieder breiter aufstellen und ihr politisches Profil schärfen. „Ich glaube an die politische Zukunft der FDP als glaubwürdige, ganzheitlich liberale Partei mit Gestaltungsanspruch und Ambition“, erklärte sie bei ihrer Vorstellung vor den rund 130 Delegierten. Dabei setzt sie auf drei Schwerpunktthemen: Demokratie, Wirtschaft und Bildung.

Gerade beim Thema Bildung sieht die neue Landesvorsitzende erheblichen Nachholbedarf. Die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studie zeigten, wie dringend Veränderungen nötig seien: „Es geht darum, echte Fortschritte zu machen und sowohl in der Breite als auch an der Spitze besser zu werden.“

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Liberale Werte unter Druck: Von Hoff fordert Aufbruch

Warum sie gerade jetzt eine starke FDP für unverzichtbar hält? „Heute stehen die westlichen Werte so stark unter Druck wie noch nie seit dem Fall der Mauer. Werte wie Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, universelle Menschenrechte, Demokratie und auch Privateigentum.“ Während sich bei der CDU eine Zerreißprobe an die nächste reihe und SPD und Grüne in Berlin ohne Not für Vergesellschaftungen einträten, die aus ihrer Sicht absehbar scheitern würden, suchten die Menschen „geradezu verzweifelt nach einem glaubwürdigen politischen Angebot“. Genau hier sieht von Hoff die Aufgabe der Freien Demokraten: „Der organisierte Liberalismus in Deutschland muss wieder aufstehen und er kann auch wieder aufstehend.“ 

Kubicki hofft auf „sieben fette Jahre“

Unterstützung dafür gab es bereits von FDP-Bundesvorsitzendem Wolfgang Kubicki, der als Gast nach Bleicherode gekommen war. „Auf 7 magere Jahre, sollten 7 fette Jahre für die Thüringer FDP folgen“, sagte er mit Blick auf das in der Vergangenheit belastete Verhältnis zwischen der Bundespartei und dem früheren Thüringer FDP-Landesvorsitzenden Thomas Kemmerich.

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Kubicki fordert mehr Sichtbarkeit

Kubicki erinnerte daran, dass selbst das überzeugendste politische Angebot wenig bringt, wenn es bei den Menschen nicht ankommt. Neben einer klaren Abgrenzung zur Linken und zur AfD forderte er vor allem eines: Die Freien Demokraten müssen wieder stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

„Wer nicht wahrgenommen wird, der kann auch keine Sympathie entwickeln. Wer keine Sympathie entwickeln kann, der kann auch nicht gewählt werden“, erklärte Kubicki. Deshalb appellierte er an die Parteimitglieder, ihre Möglichkeiten zu nutzen, um das Bild der Liberalen durch eigene Profilschärfung in der Öffentlichkeit zu formen. Kubicki zeigte sich zuversichtlich, dass den Freien Demokraten auf diesem Weg die Rückkehr in die Parlamente gelingt – auch in Thüringen.

Von Hoff will FDP zurück in Landtag führen

Von den jüngsten Wahlniederlagen der FDP in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt will sich die neue FDP-Vorsitzende in Thüringen jedenfalls nicht entmutigen lassen. Ihr Ziel für Thüringen ist der Wiedereinzug in den Landtag. Dabei setzt sie auf realistische Erwartungen: „Manchen mag das zu wenig sein, aber ich bin nicht für unrealistische Zielsetzungen zu haben“, erklärte die neue Landesvorsitzende.

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