Corona-Warn-App verbessern - ohne den Datenschutz aufzuweichen

Corona-Warn-App, Handy, Menschen
Höferlin fordert die Bundesregierung dazu auf, die Corona-Warn-App endlich in die Freiheit zu entlassen.
18.11.2020

Die Corona-Warn-App sollte eine zentrale Rolle in der Pandemie spielen. In der Realität offenbart sie jedoch viele Mängel und Schwächen. Das liegt aber laut FDP-Digitalexperte Manuel Höferlin am Versäumnis der Bundesregierung. "Dass die App ihr Potential nicht ausschöpfen kann, liegt an der Schlafmützigkeit der Bundesregierung. Sie hat es versäumt, im Sommer für die notwendigen Updates zu sorgen", erklärt der Digitalexperte. Grundsätzlich sei die App technisch "in Ordnung". Das System um die App herum müsse jedoch unbedingt auf den richtigen digitalen Stand gebracht werden, denn viele Funktionen würden in der staatlichen App immer noch fehlen. Deshalb fordert Höferlin die Bundesregierung dazu auf, die App endlich in die Freiheit zu entlassen. "Es gibt keinen vernünftigen Grund für ein staatliches App-Monopol. Gerade aus der Startup-Szene kommen viele weitere gute Ideen, um sie zu verbessern", twitterte der FDP-Politiker. Der Code sei schließlich nicht umsonst Open Source.

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Der FDP-Digitalpolitiker Manuel Höferlin hält die App grundsätzlich technisch für "in Ordnung". Das System um die App herum müsse jedoch endlich auf den richtigen digitalen Stand gebracht werden. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Labore sollten das System umfänglich nutzen, um die Informationsketten nicht zu unterbrechen. Daher gehe es im nächsten Schritt darum, die App endlich "in die Freiheit zu entlassen".

Es gebe noch viele Ideen für den Ausbau der Corona-App, da viele Funktionen immer noch fehlen würden, wie beispielsweise die Nutzung für Teenager, Nutzfreundlichkeit, eine bessere Übermittlung der Testergebnisse aus den Laboren, Interoperabilität mit allen anderen europäischen Apps und die Nutzbarkeit auf älteren Smartphones.

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"Das sollte allerdings nicht die staatliche Corona-Warn-App tun, sondern das sollten andere Apps machen, in denen so etwas mit drin ist", erklärt Höferlin im Deutschlandfunk. Die Bundesregierung müsse die App daher endlich in die Freiheit entlassen. "Es gibt keinen vernünftigen Grund für ein staatliches App-Monopol", kritisiert Höferlin. Der Code sei nicht umsonst Open Source.

Private Entwicklungen sollten deshalb mehr gefördert werden. So bestehe auch die Chance, mehr User zu erreichen, meint Höferlin. Die Bundesregierung habe nämlich zum Start der Corona-App durch schlechte Fehlerkommunikation viel Vertrauen verspielt. Im Vergleich zu asiatischen Systemen habe man es jedoch geschafft, eine datenschutzfreundliche Version aufzubauen.

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Die Kritik am Datenschutz der Corona-Warn-App hält Höferlin für Unsinn. "Ich höre und lese immer öfter davon, den Datenschutz bei der Corona-Warn-App aufzuweichen. Die App hat viele Baustellen, aber sicher nicht den Datenschutz", twitterte der Digitalpolitiker. Das hohe Datenschutzniveau sei bei der staatlichen App von vorne herein mitgedacht worden. "Zu Recht! Schließlich ist Datenschutz nicht irgendein Nice-to-have-Gimmick, sondern ein Grundrecht", so Höferlin. Was weniger Datenschutz für die Nutzerzahlen bedeute, sehe man beispielsweise in Frankreich.

"Der Ruf nach weniger Datenschutz scheint mir eher ein Ablenkungsmanöver von CDU und CSU zu sein." Denn dass die App ihr Potential nicht ausschöpfen könne, liege am Versäumnis der Bundesregierung, im Sommer für die notwendigen Updates zu sorgen. "Es reicht nicht, nur eine gute App auf den Markt bringen, sondern man muss auch das System drum herum richtig gestalten", erklärt Höferlin. Die FDP-Bundestagsfraktion fordert daher in einem Beschluss eine "Corona-Warn-App 2.0".

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