Sorge um die Zukunft von Infrastruktur, Bahn und Nahverkehr.
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Sorge um die Zukunft von Infrastruktur, Bahn und Nahverkehr.
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Wir brauchen eine Vision für das Deutschlandticket – der Mobilitätspass! Um das bestehende Deutschlandticket in eine nachhaltige Zukunft zu führen, brauchen wir ein neues Konzept. Langfristig soll so aus einem Ticket ein digitaler Pass werden. Bezahlt werden nur die getätigten Fahrten, bis zu einem Deckelbetrag. Erfasst werden die Fahrten gänzlich automatisch mit entsprechender Soft- und Hardware an Haltestellen und in Fahrzeugen. Die dafür entstehenden Kosten sollen u.a. aus Einsparungen durch Abschaffung kleinteiliger, regionaler Verkehrsverbünde gegenfinanziert werden. Bis zur Einführung des Mobilitätspasses soll das Deutschlandticket in aktueller Form erhalten bleiben.
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Mobilität ermöglicht das alltägliche Leben. Zur klimaschonenden Fortbewegung trägt der ÖPNV einen erheblichen Teil bei. Um den Menschen den Zugang zu erleichtern, sollte der öffentliche Verkehr perspektivisch komplett fahrscheinfrei (auch nicht digital) abgewickelt werden. Finanziert werden sollte dies aus einer von jedem zu zahlenden Mobilitätsumlage, denn jeder Mensch braucht Mobilität (selbst Menschen, die nie das Haus verlassen können, sind auf andere angewiesen, die ihnen Lebensmittel und ärztliche Versorgung bringen).
Übergangsweise soll das Deutschlandticket bestehen bleiben und ausgebaut werden. Es sollte preislich gestaffelt angeboten werden. Der zu zahlende Preis richtet sich nach dem vorhandenen, also nutzbaren Mobilitätsangebot am Hauptwohnsitz des Nutzers. Es soll keine soziale/einkommenorientierte Staffelung geben, sondern explizit eine, die sich an der realen Nutzungsmöglichkeit orientiert. Es könnte z.B. drei Preisgruppen geben, denen jede Kommune zugeordnet wird:
A - 50 Euro/Monat für Einwohner von Städten mit sehr gutem ÖPNV-Angebot (rund um die Uhr viele Linien U-&S-Bahn, Tram, Bus,...),
B - 40 Euro/Monat für Einwohner von Städten mit guten ÖPNV-Angebot in der Stadt und ins Umland (mehr als 16h täglich S-Bahn, Tram, Bus,...) und
C - 20 Euro/Monat für Einwohner von Städten/Dörfern mit schlechtem ÖPNV-Angebot (nur Bus oder Regionalzug, nicht täglich, weniger als 15h je Tag, höchstens stündliche Taktung etc.).
Derzeit nutzen die Menschen "auf dem Land" kaum das Deutschlandticket, weil ihnen der Preis von aktuell 63 Euro für das bestehende Angebot viel zu teuer ist. Ein geringerer Preis von weniger als 1 Euro pro Tag würde aber auch in ländlischen Gegenden die Nutzung der vorhandenen Angebote attraktiver machen, selbst dann, wenn man zur Fortbewegung zusätzlich ein Auto haben muss. Der Grundpreis auch in Region C stärkt die vorhandenen Angebote und ermöglicht die Nutzung außerhalb des eigenen Wohnorts in Gegenden mit viel Angebot (z.B. bei Urlaubs-/Dienstreisen). Für ausländische Touristen fällt eine Nutzungsgebühr ähnlich einer Kurtaxe/Übernachtungssteuer an.Außerdem soll es das Deutschlandticket auch in der Kaufoption inklusive Fernverkehr geben, womit die gesamte ÖPNV- und ÖPFV-Nutzung in Deutschland ermöglicht wird. Dies muss zu einem vernünftigen Preis angeboten werden. Dieser kann höchstens bei 1.500 Euro pro Jahr liegen (und nicht bei 5.000-8.000 Euro wie aktuell bei der Bahncard 100 der DB).
Deutschland verfügt über mehr als genug finanzielle Mittel, um sinnvoll in die Mobilität der Menschen zu investieren. Eine Eigenbeteiligung ist den Leuten zuzumuten, soweit sie vernünftig und nachvollziehbar ist und sich an den realen Nutzungsmöglichkeiten orientiert.