Wir lieben den Wettbewerb
Die innerparteiliche Demokratie bei den Freien Demokraten lebt: Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Wolfang Kubicki haben sich um den Bundesvorsitz beworben.
Die Kandidatur von Wolfgang Kubicki für das Amt des Bundesvorsitzenden stand schon länger fest. Vor Ort schlug Joachim Stamp Marie-Agnes Strack-Zimmermann für das Amt der Bundesvorsitzenden vor. Die Kandidierenden durften in alphabetischer Reihenfolge ihre Bewerbungsreden halten. Am Ende setzt sich Kubicki mit 59 Prozent der Stimmen gegen Strack-Zimmermann durch.
Kubicki bedankte sich bei Marie Agnes Strack Zimmermann, „weil ich froh darüber bin, dass die beiden alten Schlachtrösser jetzt ins Geschirr gehen“. Es gehe bei der Kandidatur nicht um seine Person, sondern darum „dieser stolzen Partei“ wieder etwas zuzutrauen und die Kräfte zu bündeln, „um dieses Land zum Besseren zu verändern“. Diejenigen, die mit dem Wert der Freiheit nichts anfangen könnten, die ständig nach dem starken Staat riefen und ohnehin niemals FDP wählen würden, „die müssen uns nicht lieben, aber sie sollten uns respektieren und notfalls sollten sie uns auch fürchten“.
Mein Team heißt FDP
„Es wird mit Liberalen nie eine Zusammenarbeit mit dieser AfD geben. Niemals! Und dass muss ich gar nicht weiter inhaltlich begründen außer mit der Tatsache, dass wir die Vertreter der individuellen Freiheit sind.“ Die Freien Demokraten seien ein einzigartiges politisches Angebot in Deutschland: „Wir müssen den Menschen erklären, dass sie bei uns gut aufgehoben sind – egal was alle anderen sagen.“
Kubicki ruft den Delegierten zu: „Unser Erfolg kann nur im Team entstehen. Wer auf ein Team Kubicki hofft, der wird enttäuscht werden, denn mein Team heißt: FDP.“
Einigkeit durch Diskussion
Marie-Agnes Strack-Zimmermann begründet ihre Kandidatur mit dem Wunsch, den Delegierten eine Wahl zu geben. „Für all jene, die zwar nicht auf dem Absprung sind, aber mit diesem neuen Ton fremdeln, für die will ich ein Zeichen setzen. Ihr seid willkommen, euch brauchen wir, um die FDP wieder groß zu machen.“ Sie habe sich diesen Schritt nicht leicht gemacht und wolle auch niemanden angreifen, sie kandidiere, „weil mir diese Partei wichtig ist“.
„Die Frage dieses Parteitags ist, wer hat den besten Kompass um diese Partei wieder aufzurichten?“, so Strack-Zimmermann.
Wir müssen die Gestaltungspartei werden
Marie-Agnes Strack-Zimmermann forderte die Freien Demokraten auf, wieder stärker Zukunftsoptimismus und Gestaltungswillen auszustrahlen. „Wir werden stärker, wenn die Menschen spüren, die FDP hat einen Plan für die kommenden Jahre“, sagt sie. Die Partei müsse „die Gestaltungspartei werden und nicht die Kommentierungspartei“. Zugleich wirbt sie für mehr Mut zu Reformen: „Die Zukunft dieses Landes können wir nicht ohne Entscheidungen gestalten, die manche als Zumutungen empfinden werden.“ Die FDP sei immer dann stark gewesen, „wenn sie immer mehr wollte, wenn sie grundsätzlich etwas besser machen wollte“. Deshalb gelte: „Niemand wartet auf eine Partei, die erklärt, wie alles nicht geht.“
Freiheit, Demokratie und Europa verteidigen
Mit Blick auf die internationale Lage betont Strack-Zimmermann: „Mit einem liberalen Kompass kann man nicht anders, als an der Seite der Ukraine gegen den Aggressor zu stehen.“ Freiheit sei „nicht kostenlos“, „nicht bequem“ und „nicht neutral zwischen Demokratie und Diktatur“. Gleichzeitig mahnt sie: „Es muss jedem Liberalen ein Anliegen sein, Extremisten so weit wie es geht von der Macht fernzuhalten.“ Die Freien Demokraten müssten „aus jeder Faser ausstrahlen, dass wir die Kämpfer für Demokratie, Freiheit und Europa sind“. Ihr Ziel formuliert sie unmissverständlich: „Nicht fünf Prozent sind das Ziel. Wir wollen so stark werden, dass wir ein mittleres Bollwerk gegen rechts und links werden.“ Und abschließend stellt sie klar: „Freiheit ist nicht das Problem, sondern Freiheit ist die Antwort.“