Wo Freiheit ist, ist alles möglich.

FDP-Chef Wolfgang Kubicki hat Martin Hagen als Generalsekretär vorgeschlagen. Er stellt sich mit einer flammenden Bewerbungsrede bei den Delegierten vor und wird mit 59 Prozent der Stimmen gewählt.

Martin Hagen
Martin Hagen ist der neue Generalsekretär der Freien Demokraten

Mit einer leidenschaftlichen Rede hat Martin Hagen sich für das Amt des Generalsekretärs der Freien Demokraten beworben. Darin skizziert er seine Vorstellungen für die Partei, bekennt sich zu den liberalen Grundüberzeugungen und macht deutlich, welchen Kurs die FDP in den kommenden Jahren einschlagen soll.

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Hagen will FDP mit „klarer Kante“ positionieren

Hagen machte deutlich, wie er die Rolle des Generalsekretärs versteht. „Gerade in der APO darf ein Generalsekretär kein Leisetreter sein, grade in der APO muss er dazu beitragen, dass die FDP und ihre liberalen Ideen wahrgenommen werden.“ Sein Anspruch sei dabei: „Klare Kante, klare Sprache, mutig, fröhlich, optimistisch und ohne Angst davor, auch mal anzuecken.“

Zugleich sprach er sich dafür aus, die FDP selbstbewusst aufzustellen: „Mir ist lieber, wir begeistern die 20 bis 25 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die sich in Deutschland vorstellen können, die FDP zu wählen, als dass wir versuchen, es den anderen 75 bis 80 Prozent irgendwie recht zu machen.“

FDP soll für vorgezogene Bundestagswahl bereit sein

Neben der politischen Kommunikation sieht Hagen seine Aufgabe auch in der organisatorischen Vorbereitung der Partei. „Ich möchte unsere Parteizentrale in den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit so aufstellen, dass wir in der Lage sind, aus dem Stand einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf zu bestreiten.“ Seine Begründung: „Ich lege nicht die Hand dafür ins Feuer, dass diese Bundesregierung bis 2029 durchhält.“ Deshalb verspricht er: „Wir werden im Fall einer vorgezogenen Wahl gerüstet sein.“

Liberalismus als Fundament der Freien Demokraten

Einen Schwerpunkt seiner Rede legte Hagen auf die programmatische Weiterentwicklung der Partei und kündigt an, den Grundsatzprogrammprozess noch grundsätzlicher zu gestalten. „Wir müssen diese Antworten immer von einem festen weltanschaulichen Fundament ableiten.“ Es brauche eine „Positionsbestimmung, was Liberalismus in der veränderten Welt der 2020er und 2030er Jahre bedeutet“. Sein Ziel sei es, „die FDP wieder zur inhaltlichen Avantgarde zu machen“.

Dabei betont er die Bedeutung offener Debatten: „Unsere FDP muss immer die Partei der geistigen Freiheit und der offenen Debatten sein. Denn ohne sie verdorrt eine Gesellschaft, ohne sie gibt es keinen Fortschritt.“

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Wirtschaftliche Freiheit und Leistung stärken

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage Deutschlands fordert Hagen tiefgreifende Reformen. „Wir brauchen einen marktwirtschaftlichen Befreiungsschlag, um die Schaffenskraft, die Kreativität und den Unternehmergeist, die in diesem Land stecken, zu entfesseln.“ Gleichzeitig müsse die Politik dafür sorgen, „dass sich Leistung wieder lohnt in unserem Land“. Die FDP stehe dabei „an der Seite jener fleißigen Menschen im Land, die noch etwas schaffen wollen“.

Auch zu Bürgerrechten nimmt Hagen in seiner Rede Stellung: „Freiheit ist unteilbar, und sie ist weder links noch rechts, sie ist schlicht und einfach liberal.“ Die Freien Demokraten dürften sich nicht davon beeinflussen lassen, „in welche Ecke man uns dafür zu stellen versucht“.

Zum Abschluss findet Hagen besonders persönliche Worte über das Verhältnis der Liberalen zur Freiheit. „Wir und die Freiheit – das ist kein Fetisch. Wir und die Freiheit – das ist Liebe.“ Und er verspricht: „Solange es Menschen gibt, die die Freiheit lieben, werden wir ihre Stimme sein.“ Sein Schlusssatz wurde mit großem Applaus aufgenommen: „Wo Freiheit ist, ist alles möglich.“