Gero Hocker ist neuer FDP-Landesvorsitzender

Die Freien Demokraten Niedersachsen haben sich neu aufgestellt. Beim Parteitag am Wochenende in Celle wurde ein neuer Landesvorstand gewählt, an dessen Spitze künftig Gero Hocker steht. Seine klare Botschaft an die Partei: „Wir bauen diesen Laden wieder auf."

Gero Hocker.
Gero Hocker wünscht sie weniger „Miesepetrigkeit" im Land und jene Menschen unterstützen, „die da draußen mehr leisten wollen, die mit Optimismus und Mut die Herausforderungen selber anpacken“. © Gero Hocker.

Am Wochenende kamen die Freien Demokraten Niedersachsen zu ihrem Landesparteitag in Celle zusammen. Zwei Tage lang standen zentrale Weichenstellungen für den Landesverband im Mittelpunkt. Neben der Wahl eines neuen Landesvorstands verabschiedeten die Delegierten auch das Programm für die anstehenden Kommunalwahlen im September. Darüber hinaus wurden neue Beschlüsse zu Bildung, kommunalen Finanzen und Technologieoffenheit gefasst.

Konstantin Kuhle gab sein Amt als Landesvorsitzender ab. Seit 2023 hatte er die FDP Niedersachsen geführt. Zuvor war er unter anderem Generalsekretär der FDP Niedersachsen sowie Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Der Landesverband würdigte sein außergewöhnliches Engagement. Ganz aus der Politik verabschiedet sich Kuhle jedoch nicht. „Ich ziehe mich aus der hauptamtlichen Politik zurück, aber nicht aus der Politik insgesamt“, erklärte er. Er bleibt Kreisvorsitzender der FDP in Göttingen, Mitglied im Bundesvorstand der Partei und arbeitet zudem am neuen Grundsatzprogramm der FDP mit. 

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Neue Führung für die FDP Niedersachsen

Gero Hocker übernimmt das Zepter. Er wurde mit 78 Prozent der Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Cord Buchard übernimmt künftig das Amt des Generalsekretärs und löst damit Imke Haake ab. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Jan-Christoph Oetjen, Anja Schulz und Patrick Döring gewählt. Christian Grascha bleibt Schatzmeister des Landesverbandes. Beisitzer im Landesvorstand sind Jens Beeck, Lars Alt und Maike Dudeck.

Wir bauen diesen Laden wieder auf.
– Gero Hocker

Mehr Zuversicht statt Miesepetrigkeit

Der neue Landesvorsitzende setzte in seiner Rede klare Akzente und machte deutlich, welchen Kurs er für die FDP Niedersachsen einschlagen will. „Wir bauen diesen Laden wieder auf“, rief er den Delegierten zu. Deutschland brauche wieder mehr Reformtempo – und ein politisches Klima, das stärker von Zuversicht geprägt ist. 

Nach seiner Einschätzung profitieren radikale Parteien derzeit von einer verbreiteten negativen Grundhaltung in der Gesellschaft. Dem will Hocker bewusst etwas entgegensetzen: Die Freien Demokraten sollen wieder stärker als „Partei des Optimismus“ wahrgenommen werden. „Ich glaube, dass wir endlich diese Miesepetrigkeit überwinden müssen“, sagt er. Die FDP müsse vor allem für jene Menschen sprechen, „die da draußen mehr leisten wollen, die mit Optimismus und Mut die Herausforderungen selber anpacken“.

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Neue Initiative für Mittelstand und Handwerk

Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler stellt eine klare Diagnose: Reformstau, wirtschaftliche Schwäche und politische Unsicherheit prägten derzeit das Bild Deutschlands. Die FDP müsse deshalb als Reformpartei auftreten. Seine wirtschaftspolitische Leitidee brachte er auf eine kurze Formel: „Unsere Wirtschaft muss wieder wachsen können.“ Wachstum sei die Grundlage für vieles andere – für stabile Sozialsysteme ebenso wie für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Um diese Perspektiven stärker in die politische Arbeit einzubringen, kündigt der neue Landesvorsitzende eine konkrete Initiative an: „Ich beabsichtige, unmittelbar nach diesem Parteitag eine Task Force Wirtschaft einzurichten.“ In dieser Arbeitsgruppe sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Mittelstand, Handwerk und freien Berufen zusammenkommen. Ziel sei es, ihre Erfahrungen stärker in die Politik einzubringen – „damit gerade diese Männer und Frauen auch wieder ein Sprachrohr in der Politik haben, damit ihre Sorgen gehört werden“.