Mercosur stärkt Europas wirtschaftliche Souveränität

Nach 25 Jahren Verhandlungen hat eine Mehrheit der EU-Staaten für das sogenannte Mercosur-Abkommen gestimmt. „Die Entscheidung zeigt, Europa hat tatsächlich den Mut, seine Zukunft selbstbewusst zu gestalten“, meint Svenja Hahn.

Containerschiff im Hafen
Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wird die weltweit größte dieser Art sein.

Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wird die weltweit größte dieser Art sein und gilt in der derzeitigen geopolitischen Lage als wichtiger Schritt für Europa, sich aus der Abhängigkeit von den USA und China zu lösen. „Dieses Abkommen stärkt Europas wirtschaftliche Souveränität“, ist FDP-Vize Svenja Hahn überzeugt. „In einer Welt, in der Handel zunehmend als Machtinstrument missbraucht wird, setzt Europa mit Mercosur auf faire und verlässliche Partnerschaften und reduziert Abhängigkeiten von China und den USA.“

FDP-Chef Christian Dürr meint: „Dieses Freihandelsabkommen ist eine große Chance für unsere Wirtschaft in Deutschland und Europa. Gerade in diesen Zeiten ist das wichtiger denn je, denn unsere wirtschaftliche Stärke ist auch unsere geopolitische Stärke.“

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Große Chance

Bereits heute hängen 756.000 Arbeitsplätze in der EU vom Export in diese Region ab. Durch den Abbau von Zöllen profitieren zentrale europäische Industrien – darunter Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie und Pharma – ebenso wie kleine und mittlere Unternehmen, die neue Exportchancen erhalten. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher werden durch mehr Auswahl und niedrigere Preise profitieren.

„Wir sichern uns zudem besseren Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Lithium, die wir für viele moderne Technologien dringend brauchen. Wer Europas Wohlstand, Arbeitsplätze und globale Rolle sichern will, muss das Abkommen unterstützen“, wirbt Hahn für das Abkommen, das bei mehreren Ländern, allen voran Frankreich noch immer auf Ablehnung stößt. Sie werde weiter für die „notwendige Mehrheit im Europäischen Parlament im Ratifizierungsprozess kämpfen!“ Im Interview mit dem WDR5 unterstreicht sie: „Wenn wir diese Chance nicht ergreifen, machen wir uns lächerlich in der Welt“.

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Partnerschaften statt Abschottung

Für die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und Europaabgeordnete ist das Abkommen eine historische Chance. Es könne nicht nur die strategische Partnerschaft mit Lateinamerika vertiefen, sondern auch der angeschlagenen europäischen Wirtschaft neue Perspektiven eröffnen. Gerade in Zeiten wachsender globaler Unsicherheiten brauche Europa verlässliche Handelspartner und offene Märkte, statt sich von protektionistischen Reflexen leiten zu lassen.

Für die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist die Einigung „ein starkes Signal für offenen, fairen und regelbasierten Handel. Europa braucht wirtschaftliche Partnerschaften statt Abschottung.“ Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament, lobt: „Mercosur stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit, schafft Chancen für Unternehmen und reduziert Abhängigkeiten, auch von autoritären Staaten. Auch im sicherheitspolitischen Kontext ist eine diversifizierte Wirtschafts- und Handelspolitik von hoher Bedeutung: Sie stärkt strategische Autonomie und trägt zur globalen Stabilität bei. Europa muss in der Lage sein, seine außenpolitischen und sicherheitsstrategischen Interessen mit ökonomischer Stärke zu untermauern. Dieser Schritt ist ein Baustein auf diesem Weg.“

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