Mobilität bedeutet Freiheit

Der Führerschein wird für viele junge Menschen immer teurer. Für die Freien Demokraten ist das nicht akzeptabel. Lydia Hüskens betont: „Mobilität bedeutet Freiheit.“ Gemeinsam mit den Verkehrsministern der Länder will sie deshalb die Kosten senken und hat dafür bereits konkrete Ideen.

Fahrschultraining
Hüskens will Führerscheinkosten durch Reformen senken: „Etwa indem die Sonderfahrten reduziert werden (...) oder aber durch die Laienausbildung.“

Für viele junge Menschen wird der Führerschein zum Luxusgut. Kosten von 3.000 bis 4.000 Euro sind längst keine Ausnahme mehr. Für die Freien Demokraten ist das ein Problem, denn „Mobilität bedeutet Freiheit“, sagt die stellvertretende FDP-Vorsitzende und Verkehrsministerin Sachsen-Anhalts, Lydia Hüskens. Besonders im ländlichen Raum entscheidet der Führerschein darüber, ob man Freunde treffen, zum Sport gehen oder überhaupt zur Arbeit kommen kann. Ohne Auto wird der Alltag schnell zum Spießroutenlauf.

Hüskens will die Kosten deshalb spürbar senken. Sie hält es für „absolut zwingend, dass wir dafür sorgen, dass der Führerschein bezahlbar bleibt.“ Gemeinsam mit den Verkehrsministerinnen und -ministern der Länder und dem Bund wird sie daher über Reformen beraten. Änderungen sollen Ende März bei der Verkehrsministerkonferenz entschieden werden. Ziel ist es, die Preise zeitnah zu dämpfen.

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So soll der Führerschein bezahlbar bleiben

Konkret nennt Hüskens gegenüber dem MDR mehrere Ansätze: „Etwa indem die Sonderfahrten reduziert werden, indem die Fachschulen eine deutliche Entlastung bekommen bei den bürokratischen Vorgaben oder aber durch die Laienausbildung.“

Gemeint ist damit, dass Eltern oder Freunde junge Menschen bei den ersten Fahrübungen unterstützen. Hüskens erinnert sich. „In meinem Jahrgang war es völlig üblich, dass man auf einem privaten Grundstück, wo das erlaubt ist, natürlich mit Papa oder Mama mal gelernt hat, wie man den Wagen anfährt, wie ein Park rückwärts, seitwärts einfach.“ Viele junge Menschen kämen heute in die Fahrschule, ohne je zuvor gefahren zu sein. „Das kostet natürlich, wenn ich erstmal lernen muss, wie fahre ich denn überhaupt mit dem Fahrzeug.“

Führerschein jetzt machen oder warten?

In Österreich ist die Laienausbildung bereits möglich und habe dort keinerlei Probleme mit der Verkehrssicherheit verursacht, sagt die Verkehrsexpertin. Auch digitale Theorie-Module könnten helfen, Kosten zu senken. Zudem wird diskutiert, Nacht-, Autobahn- und Überlandfahrten deutlich zu reduzieren, von bisher zwölf auf nur noch drei Stunden. Für Hüskens ist das „ein sinnvoller Weg, um dafür zu sorgen, dass in Zukunft Mobilität auch bezahlbar bleibt.“

Das Gesetzgebungsverfahren soll möglichst noch 2026 abgeschlossen werden. Ob man mit dem Führerschein bis dahin warten sollte, beantwortet Hüskens klar. „Also ich würde das tatsächlich davon abhängig machen, brauche ich das Fahrzeug oder brauche ich es nicht. Wenn ich das Fahrzeug brauche, sollte man den Führerschein jetzt machen, definitiv und nicht warten.“ Denn das Verfahren brauche Zeit.