Aufstieg ist kein Zufall
Deutschland braucht wieder mehr Chancen statt immer neuer Belastungen. Henning Höne und Nadin Zaya machen deutlich, warum die Freien Demokraten das liberale Aufstiegsversprechen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Viele Menschen treiben derzeit grundlegende Fragen um: Lohnt es sich noch, sich anzustrengen? Kann ich mir aus eigener Kraft etwas aufbauen? Und werden meine Kinder einmal gut leben können? Angesichts der Wirtschaftskrise und steigender Belastungen wächst die Sorge, dass gesellschaftlicher Aufstieg immer schwieriger wird.
Für Henning Höne und Nadin Zaya ist das Versprechen auf Aufstieg durch Bildung und Leistung der Kern des Liberalismus, erklären sie im gemeinsamen Interview mit der „Westdeutschen Zeitung“. Dahinter steht die Überzeugung, dass jeder Mensch die Chance haben soll, aus eigener Kraft voranzukommen. Sie wollen ein Land, in dem nicht die Herkunft über die Zukunft entscheidet und in dem Leistung wieder einen Unterschied macht.
Wenn Chancen verloren gehen
Das liberale Aufstiegsversprechen ist für Nadin Zaya keine theoretische Debatte, sondern Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte. Im Interview mit der „Bunten“ erzählt sie von ihrer frühen Kindheit in einer Flüchtlingsunterkunft. Als Tochter iranischer Flüchtlinge kam sie als Kleinkind nach Deutschland und verbrachte ihre frühe Kindheit in einem Asylbewerberheim in Stralsund. Da ihre Eltern zunächst kaum Deutsch sprachen, übersetzte sie als Kind Behördenbriefe. Von diesem nicht einfachen Start ließ sie sich nicht aufhalten: Zielstrebig ging sie ihren Weg, studierte Jura und ist heute mit 27 Jahren Rechtsreferendarin am Oberlandesgericht Braunschweig.
Entscheidend für ihren weiteren Lebensweg seien nicht staatliche Programme gewesen, sondern die Prägung durch ihre Eltern und das, was sie ihr mit auf den Weg gegeben hätten: „Vor allem zwei Dinge: Erstens den Anspruch an die eigene Leistung. Wenn du etwas willst, musst du es dir erarbeiten. Und zweitens: Alles lässt sich ändern, egal in welcher Situation man steckt.“
Doch Leistungsbereitschaft ist nur eine Seite der Medaille. Sie kann wenig bewirken, wenn der Staat den Menschen immer neue Hürden in den Weg legt. Seine Aufgabe sei es, allen faire Ausgangsbedingungen und genügend Freiraum für den eigenen Weg zu geben. „Ich wünsche mir einen Staat, der Chancen eröffnet, statt Steine in den Weg zu legen“, betont Zaya.
Chancengerechtigkeit beginnt am Anfang
Faire Ausgangsbedingungen beginnen für die Freien Demokraten mit guter Bildung – und zwar schon vor dem ersten Schultag. Henning Höne plädiert dafür, den Blick stärker auf den Beginn einer Bildungsbiografie zu richten. Sprachförderung in Kitas, bessere Starbedingungen in der Grundschule und mehr Eigenverantwortung für Schulen seien wichtiger als immer neue Debatten über Umverteilung am Ende des Lebens. Bildungserfolg dürfe nicht vom Elternhaus abhängen.
Auch Nadin Zaya fordert mehr Ehrlichkeit in der Bildungspolitik. Wenn Noten besser würden, die tatsächlichen Leistungen aber nachließen, müsse Politik reagieren. Entscheidend seien die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen.
Politik muss wieder Zukunft ermöglichen
Doch gute Bildung allein genügt nicht, wenn der Staat Menschen anschließend beim Vorankommen ausbremst. Damit sich Menschen aus eigener Kraft etwas aufbauen können, braucht es eine starke Wirtschaft und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die ihnen genügend Freiraum lassen. Henning Höne fordert deshalb Reformen, die wirtschaftliche Dynamik entfesseln.
Mit Blick auf die Bundesregierung fällt sein Urteil entsprechend kritisch aus. Denn wer immer nur neue Krisen verwalte, schaffe noch keinen Fortschritt. Das milliardenschwere Schuldenpaket, steigende Sozialabgaben und immer neue Belastungen seien keine Antwort auf die strukturellen Herausforderungen des Landes. Der Staat nehme inzwischen rund eine Billion Euro jährlich ein und schaffe es dennoch nicht, den Menschen mehr Spielraum zu geben. Stattdessen brauche es niedrigere Steuern, weniger Bürokratie und einen Staat, der sich wieder auf seine Kernaufgaben konzentriert. „Der fette Staat muss endlich wieder fit und funktionsfähig werden“, fordert Höne.
Aufstieg braucht Zuversicht
Die Freien Demokraten wollen das Aufstiegsversprechen wieder zum Maßstab ihrer Politik machen – in der Wirtschaft, in den Schulen und überall dort, wo staatliche Hürden Menschen am Vorankommen hindern. Mit der Neuaufstellung der Freien Demokraten sehen Höne und Zaya die Chance, diese Themen wieder ins Zentrum zu rücken. „Ich sehe in Deutschland eine große Lücke, weil dieses Land dringend Wirtschaftsreformen braucht und Werte wie Leistungsprinzip, Eigenverantwortung und Toleranz vielerorts verloren gegangen sind – und weil der Bundeskanzler derzeit täglich zeigt, dass er es nicht kann“, so Höne.
Die anstehenden Landtagswahlen bieten aus seiner Sicht die Möglichkeit, liberale Antworten auf die großen Zukunftsfragen zu geben. Denn das Aufstiegsversprechen wird dort konkret, wo Herkunft nicht über Zukunft entscheidet, Leistung sich wieder lohnt und Menschen aus eigener Kraft vorankommen können. Genau darin sehen die Freien Demokraten ihren Auftrag.
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